23.10. bis 25.10.2009, Fr 15:30 Uhr, bis So 12:30 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Erdentöne - Himmelsklang
Der Weg zu Harmonie und Vollkommenheit in Christentum und Buddhismus
"Die Schöpfung hat sich in Musik vollzogen und trägt weiterhin davon die Spuren in sich" (Augustinus). In der 9. Dialogtagung geht es um Töne, Klänge und Gesang in Christentum und Buddhismus. Was fördert aus Sicht der beiden Religionen den vollkommenen Ein-Klang von 'Himmel' und 'Erde', was behindert ihn? Kann die Musik einen, während Worte trennen? Brauchen wir in der interreligiösen Begegnung mehr 'Sym-phonie' statt Analyse?
In Zusammenarbeit mit der Evang. Akademie Bad Boll und der Deutschen Buddhistischen Union

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Foto: Joachim Müller

Erdentöne - Himmelsklang

Der Weg zu Harmonie und Vollkommenheit in Christentum und Buddhismus

 

 

23.-25. Oktober 2009

Tagungszenrum Hohenheim

 

 

Evangelische Akademie
Bad Boll

 

Akademie der Diözese
Rottenburg-Stuttgart

 

 

 

Die Tonsprache der Musik gilt noch vor der Wortsprache als der Schlüssel zur Verständigung zwischen den Kulturen. Ist sie aber auch ein Schlüssel für den Dialog der Religionen? Seit jeher gehören jedenfalls Musik und Religion zusammen. Der Himmel oder göttliche Raum wird im Christentum als Klangraum vorgestellt, erfüllt vom ewigen Lobgesang der Cherubim und Seraphim. "Wer singt, betet doppelt", sagt Augustinus, und: "Die Schöpfung hat sich in Musik vollzogen und trägt weiterhin davon die Spuren in sich."
Andere Kirchenväter sehen im Schöpfer-Logos jene Kraft, die die vier Weltelemente zum harmonischen Ein-klang führt. In der Antike und wieder zu Beginn der Neuzeit wird Christus als wahrer Orpheus dargestellt, der die vollkommene "Eintracht zwischen Irdischem und Himmlischem herbeigeführt" habe (Franciscus Venetus). Irdisches und Himmlisches, Leib und Seele sind gegensätzliche, mit der Erschaffung der Welt vereinte Naturen, die im Menschen zusammenkommen und zusammenklingen. Nach Bonaventura gleicht das Wort Gottes einer Zither: "Die tiefe Saite (Literalsinn) bewirkt erst mit den anderen (drei geistigen Schriftsinnen) zusammen den Wohlklang."
In den vom indischen Weltbild beeinflussten Kulturen des Buddhismus ist der Klang die subtilste Manifestation von Schwingungen, aus denen in zunehmender Verdichtung die gesamte materielle Welt entsteht - als das unterschiedliche In-Erscheinung-Treten und Zusammenwirken der Elemente im Raum. Dem Raum und der manifestierten Schwingung entsprechen auf der menschlichen Ebene Geist und Körper. Der aus der Stille heraustretende menschliche Geist ist nach buddhistischer Auffassung jene schöpferische Kraft, die alle Erscheinungen erschafft.
Dieser Klang ist jedoch nicht nur auf den schöpferischen Prozess beschränkt. Er kann auch die weltdurchdringenden Kräfte von Weisheit und Mitgefühl in Gestalt erleuchteter Wesen anrufen und sie dadurch im Meditierenden erwecken. Dieser Prozess bildet die Grundlage der religiösen Übungspraxis auf dem "Diamantweg", wo Klang in Form von Keimsilben, Mantras, Anrufungen, Hymnen und Gebeten eine zentrale Rolle spielt. Deshalb wird diese buddhistische Tradition als "Weg des Geheimen Mantra" bezeichnet.
Klang und Musik spielen so in beiden Religionen eine herausragende, wenn auch unterschiedliche Rolle. Zu fragen ist, ob dabei dennoch Sicht- und Hörweisen an den Tag kommen, die komplementär verstanden werden können.

 

 

Programm

Freitag, 23. Oktober 2009

 

15:30 Uhr

Anreise

 

16:00 Uhr

Kaffeepause

 

16:30 Uhr

Begrüßung und Einführung

 

17:00 Uhr

Der Traum von der Weltharmonie

Zum Gedanken der Vollkommenheit in der abendländischen Musik

Detlef Dörner, Stuttgart

 

18:30 Uhr

Abendessen

 

20:00 Uhr

Zufall & Notwendigkeit

Ein musikalisches Kuriositätenkabinett

Detlef Dörner, Stuttgart

 

Samstag, 24. Oktober 2009

 

8:00 Uhr

Morgenandacht

Dr. Klaus W. Hälbig, Stuttgart

 

8:20 Uhr

Frühstück

 

9:00 Uhr

Im Anfang war das Wort

Der schöpferische Klang in den spirituellen Traditionen des alten Indien

Dr. Lajos Pressing, Budapest

 

10:30 Uhr

Kaffeepause

 

11:00 Uhr

Gottes heiliges Wort - des Menschen Gebet und Lobgesang

Zur Identität evangelischer Kirchenmusik

Prof. Bernhard Leube, Tübingen

 

12:30 Uhr

Mittagessen

 

14:45 Uhr

Klang und Stille in der Meditation

Das Mantra als Weg spiritueller Entfaltung

Dr. Lajos Pressing, Budapest

 

16:00 Uhr

Kaffeepause

 

16:30 Uhr

Göttliche Harmonie

Der Choral der Kirche als Widerhall des ewigen Gesangs der Engel

Archimandrit Johannes, Dreifaltigkeitskloster Buchhagen

 

18:00 Uhr

Abendessen

 

19:30 Uhr

Psalmen und Hymnen

Gesangsvorträge der Mönche vom Dreifaltigkeitskloster Buchhagen
mit Erläuterungen

 

Sonntag, 25. Oktober 2009

 

8:00 Uhr

Frühstück

 

9:00 Uhr

Gemeinsame (Klang-)Meditationen

 

10:30 Uhr

Kaffeepause

 

11:00 Uhr

Podiumsgespräch und Auswertung

 

12:30 Uhr

Mittagessen / Ende der Tagung

 

 

 

Tagungsleitung

Dr. Klaus W. Hälbig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

Vajramala Sabine Thielow
Deutsche Buddhistische Union Überlingen

 

Wolfgang Wagner
Evangelische Akademie Bad Boll

 

 

 

Referenten

Detlef Dörner, Stuttgart
(*1960) Komponist, Dirigent, Organist. Studium in Stuttgart und Rom; Gründer und Leiter des ensemble aequinox; leitet die kirchenmusikalischen Aktivitäten an St. Josef in Stuttgart-Feuerbach und ist als freier Mitarbeiter für die Musik an der Akademie der Diözese Rottenburg Stuttgart verantwortlich. Letzte Arbeiten: "Zwischen Intellekt und Gemüt - Feuerbach aus akustischer Sicht" - eine Klanginstallation; die im Auftrag des Festivals Europäische Kirchenmusik entstandene Komposition "Reflexionen" für Chor a cappella.

 

Archimandrit Johannes, Buchhagen
(*1955), Studium der Musik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaften und Byzantinistik in Berlin, B-Prüfung 1978, Staatsexamen Musik 1979, Noviziat auf dem Berg Athos, Mönchsweihe 1982, dritte und höchste Weihestufe (Agion Megalon Angelikon S’chima) 1984, Priesterweihe 1985, Klostergründung Buchhagen 1990, Archimandritenweihe 1994. Veröffentlichungen zur orthodoxen Liturgik, zu Mönchtum, Mystik und Musik.

 

Prof. Bernhard Leube, Tübingen
(*1954), Studium der evangelischen Theologie in Tübingen und Göttingen, C-Prüfung 1982, Musikrepetent am Evang. Stift in Tübingen. Von 1988 bis 1996 Pfarrer in Stellenteilung in Sonnenbühl-Willmandingen (Schwäbische Alb); seit 1996 Pfarrer beim Amt für Kirchenmusik im Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Stuttgart. Seit 1998 Dozent für Liturgik, Hymnologie und theologische Grundlagen an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen. Tätig in der Vikarsausbildung und Pfarrerfortbildung; 2006 Ernennung zum Professor.

 

Dr. phil. Lajos Pressing, Budapest
(*1953), Studium der Psychologie und Buddhologie in Budapest, klinischer Psychologe und Ausbilder in verschiedenen gruppentherapeutischen Methoden. Seit 1987 Lehrer für Philosophie und Psychologie des Buddhismus und des Yoga; seit 1997 Acarya (geistlicher Lehrer) und Präsident der Buddhistischen Mission Ungarn.

 

 

 

Zur Teilnahme

Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 173,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 163,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 117,00 EUR
- ermäßigt im DZ (Studenten/Arbeitslose) 117,00 EUR
- ermäßigt ohne Übernachtung/Frühstück 77,00 EUR

 

 

Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Referatsassistenz: Gertrud Hoffmann
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Telefon: +49 711 1640 726; Telefax: +49 711 1640 826
E-Mail: hoffmann@akademie-rs.de

 

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 9. Oktober Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 13. bis 22. Oktober (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.

 

 

Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungszentrum Hohenheim -
Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Telefon: +49 711 451034 600, Telefax: +49 711 451034 898
E-Mail: hohenheim@akademie-rs.de

 

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Von Stuttgart Hbf aus erreichbar mit der Stadtbahn (U 5, U 6) bis Möhringen, von dort Stadtbahn (U 3) bis Plieningen (Endstation). Bei Anreise mit der S-Bahn aus Richtung Süden kann schon in Stuttgart-Vaihingen in die U 3 gewechselt werden. Von der Stadtbahn-Endstation sind es noch etwa 300 Meter zu Fuß - zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich (Kreisverkehr) die Hauptstraße überqueren, dann nach wenigen Metern rechts in die Paracelsusstraße.

AutofahrerInnen, die über die Autobahn aus Richtung Ulm oder Karlsruhe anreisen, verlassen die Autobahn bei der Ausfahrt "Stuttgart-Hohenheim" in Richtung Plieningen (aus Richtung Karlsruhe Anreisende: 400 m nach dem Ortsschild "Stuttgart-Plieningen" scharf links in die Filderhauptstraße abbiegen). Sie bleiben auf der Filderhauptstraße durch Plieningen bis zum Kreisverkehr an der "Wirtschaft zur Garbe" mit der Abzweigung "Universität Hohenheim". Dort scharf rechts in die Paracelsusstraße abbiegen.

Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Auto-Minuten.