12.11. bis 14.11.2010, Fr 18:00 Uhr, bis So 13:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Ist Deutschland noch ein Einwanderungsland?
Herbsttagung des Netzwerks Migrationsrecht
Leitthema der diesjährigen Herbsttagung ist eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme des deutschen Einwanderungsrechts vor dem Hintergrund eines migrationspolitischen Paradoxons:
Während in Deutschland mittlerweile weitgehend ein politischer Konsens über das faktische Einwanderungsgeschehen besteht, wurde in den vergangenen Jahre durch eine Reihe von Regelungen der Zugang - gerade auch im humanitären Bereich - erschwert.
Tagung für Studierende und wissenschaftliche MitarbeiterInnen

Downloads zur Veranstaltung

  • Dr. Timo Baas, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Ist die Einführung befristeter Arbeitsmigration für bestimmte Berufs- bzw. Personengruppen sinnvoll? (Powerpoint-Präsentation, Download)
  • Dr. Andreas Fisch, Sozialinstitut Kommende: Einwanderungsroute Regularisierung (Powerpoint-Präsentation, Download)
  • Dr. Anette Pieper de Avila, DAAD: Einwanderungsroute Studium und Ausbildung (Powerpoint-Präsentation, Download)

Ist Deutschland noch ein Einwanderungsland?

Herbsttagung
des Netzwerks Migrationsrecht




12.-14. November 2010
Tagungszentrum Hohenheim












gefördert durch









Ist Deutschland noch ein Einwanderungsland?

Das Leitmotiv der diesjährigen Herbsttagung des Netzwerks ist folgender (migrationspolitischer) Widerspruch: Einerseits besteht inzwischen ein breiter politischer Konsens darüber, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und sich den hiermit verbundenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen stellen muss. Andererseits wurden die wichtigsten "alten" Einwanderungsmöglichkeiten in den letzten Jahren massiv beschränkt, u.a. durch das Dublin-System für Flüchtlinge, die Neuregelung der Aufnahme jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die Einführung von Spracherfordernissen für Spätaussiedler und für nachziehende Familienangehörige. Ob das im Jahr 2009 verabschiedete Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz oder die Blue-Card-Richtlinie zu einer (quantitativ) bedeutsamen Öffnung für neue Arbeitsmigranten führen werden, ist bislang noch offen. Jedenfalls wird auch bei der Diskussion über die zukünftige Gestaltung von Erwerbsmigration häufig allein über befristete Aufenthalte gesprochen statt über die Eröffnung von Chancen für eine dauerhafte Einwanderung. Daher fragen wir uns: Ist Deutschland eine Einwanderungsgesellschaft, die sich gegen neue Zuwanderer abschottet? Ist Deutschland dann überhaupt noch ein Einwanderungsland?

Vor diesem Hintergrund soll die Tagung die Möglichkeit für eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur Entwicklung der Migrationspolitik in Deutschland bieten und ein Forum für die Diskussion aktueller migrationsrechtlicher und -politischer Fragen in Deutschland und auf der Ebene der EU schaffen. Darüber hinaus wollen wir der Frage nachgehen, welche rechtlichen Möglichkeiten und politischen Perspektiven für ein liberales Einwanderungsregime bestehen, das sich von begrenzten Aufenthaltszwecken löst und sich als Migrationsrecht einer Einwanderungsgesellschaft versteht, die für neue Zuwanderer offen ist und ihnen legale Einwanderungsmöglichkeiten schafft. Bei der Diskussion der entsprechenden Fragen werden wir nicht allein die Situation in Deutschland, sondern auch die relevanten Entwicklungen auf europäischer und internationaler Ebene in den Blick nehmen.

www.netzwerk-migrationsrecht.de



Freitag, 12. November 2010


18:00 Uhr

Abendessen


19:00 Uhr

Begrüßung


19:15 Uhr

Abendpanel


Ein Blick zurück nach vorn - Wie ist Deutschland zum Einwanderungsland geworden?

Dr. habil. Karen Schönwälder, MPI zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen

Veröffentlichung Dr. Karen Schönwälder

Samstag, 13. November 2010


ab 8:00 Uhr

Frühstück


9:00 Uhr

Gesamtpanel I: Einwanderungszweck Erwerbstätigkeit


Befristete Arbeitsmigration: Wiederholung alter Fehler oder zeitgemäßes Konzept?

Dr. Timo Baas, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg

Präsentation Dr. Timo Baas
Dr. Elke Tießler-Marenda, Deutscher Caritasverband, Freiburg

Präsentation Dr. Elke Tießler-Marenda


10.30 Uhr

Kaffeepause


11:00 Uhr

Workshops Teil 1


1. Workshop: Einwanderungsblockaden im Europäischen Grenzregime

Dr. Tillmann Löhr, Referent in der SPD-Bundestagsfraktion, Berlin
Dr. Julia Duchrow, Amnesty International, Berlin


2. Workshop: Einwanderungsblockaden im Arbeitsmarktregime

Simone Solka, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin
PD Dr. Daniel Thym, Forschungszentrum für Asyl- und Ausländerrecht, Universität Konstanz


3. Workshop: Einwanderungsblockaden im Visumverfahren

Jürgen Boske, RiVG Berlin
RA Tim Kliebe, Frankfurt


13:00 Uhr

Mittagessen


14:00 Uhr

Gesamtpanel II: Einwanderungszweck Familieneinheit


Verfassungs- und Europarechtswidrigkeit von Sprachtests beim Ehegattennachzug

RA Dr. Reinhard Marx, Frankfurt

Aufsatz Dr. Reinhard Marx (Veröffentlichung in der ZAR 1/2011)


15:00 Uhr

Workshops Teil 2


dazwischen 16:00 Uhr

Kaffeepause


4. Workshop: Einwanderungsroute Regularisierung

Marei Pelzer, PRO ASYL, Frankfurt
Dr. Andreas Fisch, Sozialinstitut Kommende, Dortmund

Handout Dr. Andreas Fisch


5. Workshop: Einwanderungsroute Studium und Ausbildung

Dr. Michael Maier-Borst, Berlin

Handout Dr. Michael-Maier-Borst

Materialien Dr. Michael Maier-Borst
Dr. Anette Pieper de Avila, DAAD, Bonn

Präsentation Dr. Anette Pieper de Avila


6. Workshop: Einwanderungsroute Staatsangehörigkeit/Religionszugehörigkeit

Susanne Giesler, Universität Frankfurt
Dr. Rainer Keil, Universität Heidelberg


18:00 Uhr

Abendessen


19:30 Uhr

Abendpanel


Integrationsanforderungen als Einwanderungsblockade - internationale Erfahrungen

Dr. Tineke Strik, Centre for Migration Law Nijmegen/NL

Sonntag, 14. November 2010


ab 8:00 Uhr

Frühstück


9:00 Uhr

Gesamtpanel III: Einwanderungszweck humanitärer Schutz


Resettlement-Programme - zweites Standbein des Flüchtlingsschutzes oder neue Einwanderungsroute?

Norbert Trosien, UNHCR, Berlin


10:30 Uhr

Kaffeepause

11:00 Uhr

Podiumsdiskussion


"Getting Past No" - Chancen für ein liberales Einwanderungsrecht in Deutschland und Europa?

Tim Wenniges, LV Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände, Stuttgart
Thorsten Leißer, EKD, Hannover
Volker Roßocha, DGB Bundesvorstand, Berlin


13:00 Uhr

Mittagessen - Tagungsende



Tagungsleitung


Klaus Barwig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Dr. Jürgen Bast
Anuscheh Farahat
Tim Kliebe
Dr. Esther Weizsäcker
Netzwerk Migrationsrecht



Zur Teilnahme


Tagungskosten

Tagungsbeitrag EUR 20,00
Verpflegung EUR 36,00
2 Übernachtungen im EZ (m.Fr.) EUR 56,00
2 Übernachtungen im DZ (m.Fr.) EUR 46,00
Ermäßigter Gesamtpreis f. Studierende im DZ EUR 76,00


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Referatsassistenz: Sabine Ilfrich
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640 721; Fax: +49 711 1640 821
E-Mail: ilfrich@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich oder online unter www.akademie-rs.de/veranstaltungen.html spätestens bis zum 29. Oktober 2010.
Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Fernbleiben stellen wir Ihnen die Gesamtkosten in Rechnung. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungszentrum Hohenheim -
Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Tel: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Von Stuttgart Hbf aus erreichbar mit der Stadtbahn (U5, U6) bis Möhringen, von dort Stadtbahn (U3) bis Plieningen (Endstation). Bei Anreise mit der S-Bahn aus Richtung Süden kann schon in Stuttgart-Vaihingen in die U3 gewechselt werden. Von der Endstation sind es noch etwa 300 Meter - zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich (Kreisverkehr) die Hauptstraße überqueren, dann unmittelbar rechts in die Paracelsusstraße. AutofahrerInnen, die über die Autobahn aus Richtung Ulm oder Karlsruhe anreisen, verlassen die Autobahn bei der Ausfahrt "Stuttgart-Hohenheim" in Richtung Plieningen (aus Richtung Karlsruhe Anreisende: 400 m nach dem Ortsschild "Stuttgart-Plieningen" scharf links in die Filderhauptstraße abbiegen). Sie bleiben auf der Filderhauptstraße durch Plieningen bis zum Kreisverkehr an der "Wirtschaft zur Garbe" mit der Abzweigung "Universität Hohenheim". Dort scharf rechts in die Paracelsusstraße abbiegen. Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Auto-Minuten.