23.01. bis 24.01.2010, Sa 14:00 Uhr, bis So 12:30 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Heilung durch Reinigung der Seele
Die Weisheit der Wüstenväter als Therapie
Die frühen Wüsten- und Mönchsväter haben auf ihrem experimentellen Glaubensweg die Auseinandersetzung mit den Strebungen im eigenen Herzen aufgenommen. Ihre Erfahrungen im "Kampf mit sich selbst" verleihen dem biblischen Wissen über Gut und Böse, Tugend und Laster eine psychologische Basis. Die dabei gewonnenen Einsichten zur Diagnose und Therapie seelischer Krankheit finden heute neues Interesse bei Ärzten und Psychologen, in der Seelsorge und in der Suchtkrankenhilfe.

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Tabernakel als Metapher für die Eremitage der Mönche

Heilung durch
Reinigung der Seele

 

Die Weisheit der Wüstenväter als Therapie

 

23. - 24. Januar 2010

Tagungszenrum Hohenheim

 

In Zusammenarbeit mit der Erzabtei Beuron

 

 

 

"Nur wenn die Seele heil wird, kann der Körper ihr folgen" (Hildegard von Bingen). Die Heilung der Seele steht im Zentrum der Heilungswunder Jesu. Sie erfolgt durch die Begegnung von Person zu Person auf einer existentiellen und spirituellen Ebene. Jesus ist zugleich Arzt der Kranken und Heiland der Sünder: "denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte" (Lk 6,19).

Diese heilende Kraft des Geistes Gottes wird im Neuen Testament symbolisiert in elementaren Bildern der Reinigung und Erneuerung (wie ''Wasser’, ''Feuer’ oder ''Luft’‘/ Odem). Der Geist steht deshalb "für alles Gesunde und Heile auf dieser Welt, für das, was die Griechen ''holon’ nannten, die Araber ''salam’, die Lateiner ''integritas’" (Heinrich Schipperges). Die Gabe des Heiligen Geistes heilt, indem sie die Seele neu auf Gottes Gegenwart ausrichtet und so reinigt.

In der Kraft des einen Heiligen Geistes treibt Jesus die vielen "unreinen Geister" aus (Mk 1,27.34) und lässt sich von Not und Unheil der Menschen zutiefst betreffen. Gerade als ''verwundeter Heiland’ ist er der Arzt der Kranken und Befreier vom Tod. Wenn Sünde die Störung der universalen Harmonie mit Gott, mit sich selbst und mit der Welt bedeutet, so geschieht Heilung in der Wiederherstellung solcher Harmonie, wie sie im Kreuz angedeutet ist als Symbol der Einheit von Himmel und Erde, Jenseits und Diesseits.

In der Nachfolge Jesu haben die frühen Wüsten- und Mönchsväter auf ihrem experimentellen Glaubensweg die Auseinandersetzung mit den Strebungen im eigenen Herzen aufgenommen und daraus tiefe Einsichten in die Struktur der menschlichen Seele gewonnen. Diese finden heute neues Interesse zur Diagnostik und Therapie seelischer Störungen und Krankheiten bei Ärzten und Psychologen, in der Seelsorge und in der Suchtkrankenhilfe.

Mit vorbereitet hat die Tagung Br. Jakobus Kaffanke OSB von der Benediktiner Erzabtei Beuron, der seit Jahren die schriftlichen Zeugnisse der Wüstenväter neu herausgibt und für unsere Zeit fruchtbar zu machen sucht.

 

 

Programm

 

Samstag, 23. Januar 2010

 

14.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

 

14.15 Uhr

Selbstverliebtheit - die Lehre von den acht Lastern

Evagrius Pontikus und seine Wirkungsgeschichte bis Benedikt von Nursia

Br. Jakobus Kaffanke OSB, Erzabtei Beuron

 

15.30 Uhr

Kaffeepause

 

16.00 Uhr

Die Lebensform der ägyptischen Wüstenväter

Bilder als Medium der Spiritualität - Die Ausgrabungen der Mönchsiedlung der Kellia

Prof. Dr. Georges Descoeudres, Zürich

 

17.45 Uhr

Eucharistiefeier

Abt Nikolaus Egender OSB, Chevetogne

 

18.45 Uhr

Abendessen

 

20.00 Uhr

Die höchste Tugend

Die Sanftmut bei den Mönchsvätern

Abt Nikolaus Egender OSB, Chevetogne

 

Sonntag, 24. Januar 2010

 

8.00 Uhr

Frühstück

 

9.00 Uhr

Heilung durch Reinigung der Seele

Der Weg der Befreiung von Süchten und Abhängigkeiten

Dr. Bernhard Mäulen, Villingen

 

10.30 Uhr

Kaffeepause

 

11.00 Uhr

Jesus, der verwundete Heiler

Oder: Die Kraft aus den Wunden

P. Guido Kreppold OFM, Augsburg

 

12.30 Uhr

Mittagessen / Ende der Tagung

 

 

 

 

Tagungsleitung

 

Dr. Klaus W. Hälbig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

Br. Jakobus Kaffanke OSB
Benediktiner Erzabtei Beuron

 

 

Referenten

 

Georges Descoeudres, Zürich

(*1946), Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Kirchengeschichte sowie der klassischen, frühchristlichen und mittelalterlichen Archäologie, 1981 Promotion im Bereich der Architektur- und Liturgiegeschichte, 1985-1997 Lehrtätigkeit an der ETH Zürich sowie an den Universitäten Basel und Fribourg; seit 1985 Mitglied der Mission Suisse d‘Archéologie Copte der Universität Genf. Teilnahme an mehreren Ausgrabungskampagnen in den Kellia und in Pherme (zwei frühchristlichen Mönchssiedlungen in Ägypten). 1995 Habilitation mit einer Studie über "Kirchen und Oratorien in den Eremitagen der Mönchssiedlung Kellia"; seit 1997 Extraordinarius und seit 2005 Ordinarius für Kunstgeschichte des Mittelalters sowie frühchristliche und mittelalterliche Archäologie am Institut für Kunstgeschichte der Universität Zürich; Publikationen zum frühchristlichen Mönchtum.

 

Nikolaus (Pierre) Egender OSB, Chevetogne

(*1923), Studium der Theologie in Freiburg/Br. und Rom, 1946 Eintritt in das Benediktinerkloster Chevetogne (Belgien), 1947 Profess, 1950 Priesterweihe, 1954-1963 Novizenmeister, 1963-1971 Prior, 1979-1995 Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem, seit 1997 lebt er in Chevetogne; zusammen mit P. Stephan Vorweck (Gerleve) Gründung der Benediktinercella Reichenau. Schwerpunkte: Mönchtum, Liturgie, Spiritualität, Ostkirchen, Ökumene.

 

Jakobus E. Kaffanke OSB, Erzabtei Beuron

(*1949), Benediktinermönch, Diplomtheologe; Studium der Rechtswissenschaft, Philosophie und Theologie; 1983 Eintritt in die Benediktiner Erzabtei St. Martin in Beuron/Donautal; Arbeit im Gästebereich, Meditationskurse, Tagungen zu Themen der Mystik und Dialog der Religionen; Veröffentlichungen im Bereich Spiritualität, frühes Mönchtum und Ordensgeschichte; eremitische Zeiten auf dem Ramsberg (Linzgau).

 

Guido Kreppold OFM, Augsburg

(*1939), 1959 Eintritt bei den Kapuzinern, 1965 Priesterweihe, seit 1977 Diplompsychologe und therapeutischer Seelsorger; abgeschlossene Analyse nach der Schule von C. G. Jung; Referent für spirituelle Bildung auf der Basis der Tiefenpsychologie und Kontemplation; therapeutische Seelsorge mit dem Schwerpunkt Traumarbeit; verschiedene Veröffentlichungen zum Thema "Tiefenpsychologie und Religion”.

 

Bernhard Mäulen, Villingen

(*1954), Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Fachkunde Sucht), Leiter des Instituts für Ärztegesundheit (seit 2000). Nach dem Studium der Humanmedizin einige Jahre Mitarbeit als Co-Therapeut von Elisabeth Kübler-Ross mit Schwerkranken, Sterbenden und Menschen in teils prolongierten Trauerprozessen; vier Jahre Chefarzt einer psychosomatischen Privat-Klinik für Führungskräfte. Seit 1996 eigene Praxis (Schwerpunkt Kollegen/innen und Selbständige mit Sucht-, Depression- und Angsterkrankungen). Zahlreiche Veröffentlichungen bes. zu den Themen Depression, Sucht und Psychohygiene in den helfenden Berufen; umfangreiche Vortragstätigkeit im In- und Ausland.

 

 

 

 

Zur Teilnahme

 

Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 99,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 94,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 71,00 EUR
- ermäßigt im DZ (Studenten/Arbeitslose) 66,00 EUR
- ermäßigt ohne Übernachtung/Frühstück 46,00 EUR

 

Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Referatsassistenz: Gertrud Hoffmann
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Telefon: +49 711 1640 726; Telefax: +49 711 1640 826
E-Mail: hoffmann@akademie-rs.de

 

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 11. Januar. Die Anmeldung gilt als angenommen, wenn Sie nicht kurz nach Anmeldeschluss eine Absage erhalten. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Stornierung der Anmeldung zwischen 17. und 19. Januar (Eingang) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.

 

 

Tagungshaus und Anreise

 

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungszentrum Hohenheim -
Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Telefon: +49 711 451034 600, Telefax: +49 711 451034 898
E-Mail: hohenheim@akademie-rs.de

 

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Von Stuttgart Hbf aus erreichbar mit der Stadtbahn (U 5, U 6) bis Möhringen, von dort Stadtbahn (U 3) bis Plieningen (Endstation). Bei Anreise mit der S-Bahn aus Richtung Süden kann schon in Stuttgart-Vaihingen in die U 3 gewechselt werden. Von der Stadtbahn-Endstation sind es noch etwa 300 Meter zu Fuß - zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich (Kreisverkehr) die Hauptstraße überqueren, dann nach wenigen Metern rechts in die Paracelsusstraße.

AutofahrerInnen, die über die Autobahn aus Richtung Ulm oder Karlsruhe anreisen, verlassen die Autobahn bei der Ausfahrt "Stuttgart-Hohenheim" in Richtung Plieningen (aus Richtung Karlsruhe Anreisende: 400 m nach dem Ortsschild "Stuttgart-Plieningen" scharf links in die Filderhauptstraße abbiegen). Sie bleiben auf der Filderhauptstraße durch Plieningen bis zum Kreisverkehr an der "Wirtschaft zur Garbe" mit der Abzweigung "Universität Hohenheim". Dort scharf rechts in die Paracelsusstraße abbiegen.

Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Auto-Minuten.