09.08. bis 12.08.2010, Mo 15:00 Uhr, bis Do 13:00 Uhr, Weingarten
Philosophische Sommerwoche
Analogie, Symbol und Bild
Die Sprache der Religion und die Unbegreiflichkeit Gottes
Die Schöpfung, insbesondere der Mensch, ist Bild und Gleichnis und damit auch Sprache Gottes. In der Religion wird diese Sprache gedeutet. Ist aber der sprachmächtige Mensch nicht Schöpfer seiner eigenen Sprache und Welt? Und verliert ohne Bezug zu den Urbildern die Welt nicht ihren Sinn?

Downloads zur Veranstaltung

  • Prof. Dr. Margit Eckholt: Sinn und Sinnlichkeit. Schöpfungsspiritualität als Wahrnehmungslehre und Bildungsprozess (Tagungsbeitrag, Download)
  • Prof. Dr. Jörg Splett: Religion lebt im Wort. Das Unsagbare verbietet Nichtssagendes (Tagungsbeitrag, Download)

Philosophische Sommerwoche Weingarten

Philosophische Sommerwoche
Weingarten 9. - 12. August 2010

 

Analogie, Symbol und Bild

Die Sprache der Religion
und die Unbegreiflichkeit Gottes

Menschsein heißt, sprechen können. Im Laufe der Entwicklung hat der sprachmächtige Mensch viele divergierende Sprachen hervorgebracht und dies zu ganz unterschiedlichen Zwecken. Die Bibel erzählt zudem von einer urzeitlichen ''Sprachverwirrung'' durch den Bau des Turms zu Babel (Gen 11,1-9), das heißt wohl der eigenmächtigen Konstruktion einer Welt und damit auch Sprache ohne Gott. Wie sähe die Sprache mit Gott aus? Wie muss menschliche Sprache beschaffen sein, damit darin der überweltliche Gott selbst zu Wort und zur Sprache kommen kann?

Manche Denker und Dichter halten die Poesie für die ursprüngliche Sprache des Menschen, weil diese in ihrem Bildreichtum und ihrer Melodie antwortet auf den erfahrenen Anspruch und Klang der Welt als kunstvoll geordneter Schöpfung. Der poetischen Sprache verwandt ist die religiöse, die durch Bilder und Vergleiche, Analogien und Symbole das göttliche Geheimnis jenseits der Worte zu fassen sucht. Religiöse Sprache ist daher prinzipiell vieldeutig und nie eindeutig (eindimensional), wie es die Sprache ''exakter'' Wissenschaft zu sein versucht. Wird sie damit aber auch ungenau und letztlich beliebig?

Wie also hängen Glaube und Sprache, göttliches Wort und göttlicher Geist zusammen - jener Geist von Pfingsten, der in "Träumen und Visionen" die göttliche Ursprache in Urbildern und Urzeichen erneuert (Apg 2,1-17)? So bedarf es vielfältiger Klärungen, wie der Welttext in allen Irrungen und Wirrungen zu lesen ist. Dem dient die Philosophische Sommerwoche.

 

 

Montag, 9. August 2010

15.00 Uhr Ankommen - Kaffee

16.00 Uhr Einführung in die Thematik

Prof. Dr. Jörg Splett, Frankfurt a.M.
Beschreibung - Metapher - Symbol
Sprache zwischen Immanenz und Transzendenz

19.30 Uhr Hildegard Marcus, Weingarten
Spiritualität und Körper
Symbolik und Sprache der menschlichen Gestalt

 

Dienstag, 10. August 2010

9.15 Uhr Prof. Dr. Jörg Splett, Frankfurt a.M.
Analog oder analogielos?
Ähnlichkeit und Unähnlichkeit zwischen Schöpfer und Geschöpf

11.00 Uhr Prof. Dr. Jörg Splett, Frankfurt a.M.
Das Unsagbare verbietet Nichtssagendes
Dichtung, Bild und Religion als Fest der Sprache

15.00 Uhr Prof. Dr. Bernhard Uhde, Freiburg
"Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen" 
Religiöse Sprache in Judentum und Christentum

16.45 Uhr Prof. Dr. Bernhard Uhde, Freiburg
"Und wahrlich, geprägt haben wir den Menschen in diesem Koran Gleichnisse"
Religiöse Sprache im Islam

19.45 Uhr Stephan Debeur, Organist Weingarten
Spiel an der Gabler-Orgel der Basilika St. Martin

 

Mittwoch, 11. August 2010

9.15 Uhr Prof. Dr. Bernhard Uhde, Freiburg
"Gleichwie ..."
Religiöse Sprache in der indischen Geisteswelt von Hinduismus und Buddhismus

11.00 Uhr Prof. Dr. Margit Eckolt, Osnabrück
Vera Ikona?
Die Macht der Bilder und die Bilderkritik

16.00 Uhr Klaus Wagner, Weingarten
Schillers Liebesbegriff in "Kabale und Liebe"
Zur Aufführung der Klosterfestspiele Weingarten

18.00 Uhr Festliches Buffet

20.30 Uhr Freilichtaufführung im Akademiehof
"Kabale und Liebe"
Bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

 

Donnerstag, 12. August 2010

9.15 Uhr Prof. Dr. Margit Eckolt, Osnabrück
Bild des inkarnierten Wortes Gottes
Zur Sprache der kirchlichen Sakramente

11.00 Uhr Prof. Dr. Margit Eckolt, Osnabrück
Sinn und Sinnlichkeit
Schöpfungsspiritualität als Wahrnehmungsschule und Bildungsprozess

12.30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen

 

 

Anmeldung

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Frau Gertrud Hoffmann
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Telefon +49 711 1640 726, Telefax +49 711 1640 826

Ihre verbindliche Anmeldung erbitten wir bis zum 16. Juli 2010.
Bei Absage ab dem 31. Juli müssen wir Ihnen 100 EUR in Rechnung stellen, ab dem 4. August oder bei Nichtteilnahme ohne Nachricht den Gesamtbetrag. Ein/e Ersatzteilnehmer/in befreit von den Stornogebühren.

Rückfragen

Gertrud Hoffmann, Assistentin Referat Religion und Öffentlichkeit
Tel. +49 711 1640 726 (vorm.), E-Mail: hoffmann@akademie-rs.de

Tagungskosten

mit Verpflegung, Übernachtung im Haus, Theateraufführung und Buffet
im Doppelzimmer 294,00 EUR
im Einzelzimmer 309,00 EUR
Studierende (nur DZ) 178,00 EUR
Ohne Übernachtung/Frühstück 225,00 EUR
ermäßigt ohne Übern./Frühstück 118,00 EUR

Es ist nur möglich, an der gesamten Tagung teilzunehmen.
Die Teilnehmer/innenzahl ist auf max. 80 beschränkt.

Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungshaus Weingarten -
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten (Oberschwaben)
Telefon +49 751 5686 0, Telefax +49 751 5686 222
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de

Das Tagungshaus erreichen Sie mit der Bahn über Bahnhof Ravensburg (zwischen Ulm und Friedrichshafen), dann mit dem Bus Linie 2 bis Weingarten "Post" (Fahrzeit ca. 15 Minuten). Von dort gehen Sie zu Fuß die Treppe zur Basilika hoch, durch den linken Torbogen zur Rückseite der Klosteranlage. Der Preis für die Fahrt von Ravensburg mit dem Taxi
beträgt etwa 12 EUR.

Der Flughafen Friedrichshafen liegt nur 20 km entfernt; er ist un­mittelbar an die Bahnlinie angeschlossen.

Mit dem PKW auf der B 30 (Ulm - Friedrichshafen), Abfahrt "Weingarten" in Richtung Weingarten. Von dort 3 km geradeaus Richtung Wolfegg.
Nach kurzem Anstieg der Straße in der Kurve der Beschilderung "Kath. Akademie" nach rechts folgen. Ruftaste an der Schranke. -
Bitte benutzen Sie die von der Akademie ausgewiesenen Parkplätze!