13.10. bis 14.10.2012, Sa 14:30 Uhr, bis So 12:30 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Offene Tagung
Liturgie feiern in säkularer Zeit
50 Jahre nach Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils
Das sichtbarste Ergebnis des vor 50 Jahren eröffneten Konzils ist die Reform der Liturgie. Die Riten sollten "verständlicher", die Teilnehmer im Sinn eines inneren Mitvollzugs "aktiver" werden. Dazu im Gegensatz steht der starke Rückgang der Zahlen der Gottesdienstbesucher. Was ist schief gelaufen? Wie kann in unserer säkularen Zeit Liturgie ansprechend gefeiert werden, und wo sind hoffnungsvolle Neuansätze?

Downloads zur Veranstaltung

  • Erzpriester Dr. Georgios Basioudis, Mannheim: Liturgie als Ereignis. Die Liturgische Theologie der Orthodoxen Kirche (Tagungsbeitrag, Download)
  • Helmut Hoping, Freiburg: Die Liturgie des Lebens. Die Eucharistie als Opfer und der Sinn des Priestertums (Tagungsbeitrag, Download)
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Josef Wohlmuth, Bonn: Liturgie und Säkularität. Eine liturgietheologische Grundlagenbesinnung mit Blick auf die jüdische Liturgie (Tagungsbeitrag, Download)

Gebetsvigil mit Papst Benedikt XVI. in Freiburg Sept. 2011.

Liturgie feiern
in säkularer Zeit

50 Jahre nach Eröffnung des
II. Vatikanischen Konzils

13.-14. Oktober 2012
Tagungszentrum Hohenheim



Liturgie feiern in säkularer Zeit

Das vor 50 Jahren eröffnete II. Vatikanische Konzil konnte von einem relativ geschlossenen Bild des Christseins ausgehen; die Moderne erfordert hingegen eine weltoffene, flexible Gestalt von Kirche, die auf die "Zeichen der Zeit" eingeht. Das erste veröffentlichte Konzilsdokument war die Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium", die eine grundlegende Liturgiereform und damit auch Kirchenreform eingeleitet hat. Ein Programmwort für den Paradigmenwechsel war "tätige Teilnahme". Die Gläubigen sollten stärker in das Heilsgeschehen eingebunden werden. Ungewollte Folge war aber auch, dass anstelle des Heilshandelns Gottes das menschliche Tun in den Vordergrund rückte. Das Gespür für das göttliche Mysterium und die kosmische Dimension ging zurück, ebenso die Zahl der mitfeiernden Gläubigen im Gottesdienst.
Von daher stellt sich heute eine Reihe von Fragen: Wie lässt sich ein neues Verständnis für den kosmischen Charakter der Liturgie, aber auch für ihren rituellen und sakralen Charakter wiedergewinnen? Wie kann der Gottesdienst weniger wortlastig und dafür sinnenfreudiger werden? Wo sind Neuansätze bei der Übersetzung seiner ?archaischen Sprache in unsere säkulare Welt? Wie lassen sich Liturgie und Leben innerlich verbinden? Welche Bedeutung kommt dabei den Laiendiensten zu? Welche Schritte wurden auf die Kirchen aus der Reformation hin gemacht?
Die Liturgie wird gefeiert "in der Kraft des Heiligen Geistes" (SC 6). Wie weit wurde diese Aussage eingelöst? In welchem Sinn ist das eucharistische Opfer tatsächlich "Höhepunkt" und "Quelle" allen kirchlichen Lebens (SC 10) und die "Mitte des Glaubens"?
Die Tagung will die verschiedenen Aspekte des liturgischen Geschehens in unserer säkularen Zeit nachvollziehbar zur Sprache bringen und verdeutlichen, warum die Feier der Liturgie auf dem ?Sinnmarkt der Liturgien von so herausragender Bedeutung für das Glaubens- und Gebetsleben, aber auch für die Theologie ist. Auch wenn ihre klerikal-monastische Sprache heute überholt oder unverständlich erscheint, so bleibt doch das Anliegen des Mönchsvaters Benedikt von Nursia auch weiterhin gültig: "Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen."



Samstag, 13. Oktober 2012


14.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Dr. Klaus W. Hälbig, Akademiereferent


14.15 Uhr

"Nicht wie außenstehende und stumme Zuschauer?"

Die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des II. Vatikanischen Konzils - ein Blick zurück nach vorn

Prof. Dr. Martin Stuflesser, Würzburg


15.30 Uhr

Kaffee


16.00 Uhr

Liturgie als Ereignis

Die liturgische Theologie der Orthodoxen Kirche

Dr. Georgios Basioudis, Mannheim


17.45 Uhr

Eucharistiefeier


18.30 Uhr Abendessen


19.30 Uhr

Liturgie des Lebens

Die Eucharistie als Opfer und der Sinn des Priestertums

Prof. Dr. Helmut Hoping, Freiburg

Sonntag, 14. Oktober 2012


8.00 Uhr Frühstück


9.00 Uhr

Liturgie und Säkularität

Eine liturgietheologische Grundlagenbestimmung mit Blick auf die jüdische Liturgie

Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Bonn


10.30 Uhr Kaffeepause


11.00 Uhr

Rituale des Ergreifenden

Christlicher Gottesdienst auf dem Sinnmarkt der Liturgien

Dr. Gotthard Fuchs, Wiesbaden


12.30 Uhr

Mittagessen und Ende der Tagung



Referenten


Georgios Basioudis (*1971), 1989 bis 1993 Studium der Orthodoxen Theologie in Thessaloniki; 1999 Priesterordination in Neuss; 2001 Promotion; seit 2003 Pfarrer in der Griechisch-Orthodoxen Kirchengemeinde Mannheim; seit 2006 Mitglied der Theol. Kommission der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland; seit 2007 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mannheim.


Gotthard Fuchs, (* 1938), Dr. phil., Studium der Philosophie, Theologie und Pädagogik, Priesterweihe 1963 in Paderborn, 1983 bis 1997 Direktor der Katholischen Akademie Rabanus-Maurus in Wiesbaden; Seelsorge-, Bildungs- und Beratungsarbeit, Lehraufträge und Vorträge, zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zum Schwerpunkt christliche Spiritualität im interreligiösen Gespräch.


Helmut Hoping (*1956), Studium der Philosophie, Theologie und Pädagogik in Münster, 1982 bis 1996 Wiss. Mitarbeiter und Hochschulassistent in Tübingen; 1989 Promotion zum Dr. theol.; 1995 Diakonenweihe und Habilitation; 1997 bis 2000 Professor für Dogmatik in Luzern; seit 2000 Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Theol. Fakultät der Universität Freiburg.


Martin Stuflesser (*1970), 1989 bis 1994 Studium der kath. Theologie in Mainz und Münster; 1998 Promotion zum Dr. theol., 2004 Habilitation in Münster; 2005 Privatdozent für das Fach Liturgiewissenschaft in Halle/Wittenberg; seit 2007 Ordinarius auf dem Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Theol. Fakultät der Universität Würzburg.


Josef Wohlmuth (*1938), Studium der kath. Theologie in Eichstätt und Innsbruck, Promotionsstudium u.a. in Tübingen. 1964 Priesterweihe in Eichstätt; 1980 Habilitation in Bonn; 1981 bis 1986 Professor für Theologie und ihre Didaktik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln; von 1986 bis 2003 Professor für Dogmatik an der Theol. Fakultät der Universität Bonn. Von 2004 bis 2011 Leiter des Cusanuswerks. Forschungsschwerpunkte u.a. christlich-jüdischer Dialog, zeitgenössische Philosophie und moderne Ästhetik.



Tagungsleitung


Dr. Klaus W. Hälbig

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Vorschau

24.11.2012 - 25.11.2012, Stuttgart-Hohenheim
Welche Einheit der Kirche?
Der Stand der Ökumene im Vorfeld des Reformationsjubiläums
Die Frage nach der Einheit der Kirche ist die Grundfrage der Ökumene. Gerade darin aber sind sich die christlichen Kirchen uneins. Wie lässt sich der Gegensatz unterschiedlicher Einheitsvorstellungen überwinden? Und was bedeutet die im Glaubensbekenntnis bekannte Einheit der Kirche, die auch mit ihrer Katholizität und Apostolizität zusammenhängt?
In Zusammenarbeit mit dem Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn und dem Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg



Zur Teilnahme


Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 99,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 94,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 69,00 EUR
- ermäßigt im DZ 69,00 EUR
- ermäßigt ohne Übernachtung/Frühstück 46,00 EUR


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Referatsassistenz: Susanne Bair
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-726 ; Fax: +49 711 1640-826
E-Mail: bair@akademie-rs.de

Anmeldung bis spätestens 5. Oktober. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung bis 8 Tage vor Beginn fallen keine Stornogebühren an, ab 7 Tagen vor Tagungsbeginn (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung. Bei Rücktritt am Vortag der Veranstaltung oder danach werden die vollen Kosten fällig. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungszentrum Hohenheim -
Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Tel: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898

Von Stuttgart Hbf aus erreichbar mit der Stadtbahn (U5, U6) bis Möhringen, von dort Stadtbahn (U3) bis Plieningen (Endstation). Bei Anreise mit der S-Bahn aus Richtung Süden kann schon in Stuttgart-Vaihingen in die U3 gewechselt werden. Von der Endstation sind es etwa 300 Meter - zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich (Kreisverkehr) die Hauptstraße überqueren, dann unmittelbar rechts in die Paracelsusstraße. Über die Autobahn aus Richtung Ulm oder Karlsruhe, verlassen die Autobahn bei der Ausfahrt "Stuttgart-Hohenheim" in Richtung Plieningen (aus Richtung Karlsruhe Anreisende: 400 m nach dem Ortsschild "Stuttgart-Plieningen" scharf links in die Filderhauptstraße abbiegen). Weiter auf der Filderhauptstraße durch Plieningen bis zum Kreisverkehr an der "Wirtschaft zur Garbe" Richtung "Universität Hohenheim". Dort scharf rechts in die Paracelsusstraße abbiegen. Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Auto-Minuten.