27.06. bis 28.06.2014, Fr 14:30 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr, Weingarten
Unsterbliche Seele – Auferstehender Leib
Neue philosophische und theologische Konzepte
Unsterblichkeit der Seele und Auferstehung des Leibes sind zwei scheinbar gegensätzliche Konzepte, die Überwindung des Todes zu denken. Während in den letzten Jahrzehnten der Auferstehungsglaube im Vordergrund gestanden hat, gewinnt inzwischen die Vorstellung einer den Tod überdauernden Seele neu an Boden. Wie verhalten sich beide Konzepte zueinander? Lassen sie sich vermitteln jenseits eines Leib-Seele-Dualismus?



Downloads zur Veranstaltung

  • Regine Kather: Die Endlichkeit des Leibes und die Hoffnung auf Unsterblichkeit. Grenzerfahrungen an der Schwelle zum Jenseits (Tagungsbeitrag, Download)

Unsterbliche Seele - Auferstehender Leib

Neue philosophische und theologische Konzepte

27.-28. Juni 2014
Tagungshaus Weingarten



Unsterbliche Seele - Auferstehender Leib

Neue philosophische und theologische Konzepte

Immer mehr Deutsche verzichten auf eine Grabstätte, lassen ihren Leichnam verbrennen und die Asche anonym beisetzen, weil der Glaube an die Auferstehung des Körpers schwindet. Nur noch zehn Prozent der in einer Untersuchung zur Sterbekultur Befragten erhoffen, mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen zu werden; ein Drittel erwartet nach dem Tod "nichts", und mehr als die Hälfte neigt einer Seelenwanderung oder einem Reinkarnationsglauben zu.
Dabei ist die österliche Auferstehungshoffnung nicht weniger als der Kern des christlichen Glaubens. Allerdings macht die Bibel keine konkreten Angaben darüber, wie die neue, "pneumatische" (geistige) Leiblichkeit des ewigen Lebens beschaffen ist. Paulus sagt, "Fleisch und Blut" können das Reich Gottes nicht erben, vielmehr müsse der Mensch "verwandelt" werden (1Kor 15,50f). Bei der Verklärung Jesu werden seine Kleider "blendend weiß wie das Licht" (Mt 17,2). Von daher ist die Erfahrung des Lichts, mit dessen Erschaffung die Schöpfung anhebt (Gen 1,3), die Basis der österlichen Hoffnung der Bibel: "Alles Erleuchtete aber ist Licht" (Eph 5,14).
Was lässt sich heute im Horizont einer naturwissenschaftlich geprägten Welterfahrung theologisch und philosophisch verantwortet über ein Leben nach dem Tod sagen? Und wie steht es mit der alten Vorstellung von einer individuellen Unsterblichkeit der Seele? Der Philosophiehistoriker Kurt Flasch sagt in seinem Buch "Warum ich kein Christ bin" (2013), "die Ideenentwicklung der letzten Jahrzehnte hat die Berufung auf die Geistseele aussichtslos gemacht" (S. 244). Und: "Wer sich heute mit der Wahrheit des Christentums befasst, muss das Thema ?Seele neu durchdenken" (S. 234). Eben das soll auf der Tagung geschehen, wozu wir herzlich einladen.



Freitag, 27. Juni 2014


14:15

Begrüßung und Einführung in die Thematik der Tagung

Dr. Klaus W. Hälbig


14:30

Leben und Überleben

Die Hoffnung auf ewiges Leben vor dem Anspruch der Vernunft

Dr. Bernard Schumacher, Freiburg/Schweiz


16:00

Kaffeepause


16:30

Die Endlichkeit des Leibes und die Hoffnung auf
Unsterblichkeit

Grenzerfahrungen an der Schwelle zum Jenseits

Prof. Dr. Regine Kather, Freiburg


18.00

Abendessen


19.00

Filmbeitrag zum Thema

Samstag, 28. Juni 2014


7.45

Morgenimpuls


ab 8.00

Frühstück


9.00

Was christliche Hoffnung zu denken gibt

Über Nahtoderfahrungen, Seele, Auferstehung und ewiges Leben

Prof. em. Dr. Hans Kessler, Werther


11.00

Stehkaffee


11.30

Abschlussdiskussion

Prof. Dr. Regine Kather, Prof. em. Dr. Hans Kessler


12.30

Mittagessen und Ende der Tagung


Vorschau

13. Oktober 2014, Stuttgart-Hohenheim
Erschütterung des Menschenbildes? 10 Jahre Manifest der Hirnforscher

Vor genau 10 Jahren machten bekannte Hirnforscher in einem Manifest mit Zukunftsprognosen hellhörig: Die Rede war vom Segen neuartiger Psychopharmaka bis hin zu "beträchtlichen Erschütterungen" unseres Menschenbildes. Was davon ist eingetroffen? Die Reihe "Nachgefragt" zieht Bilanz.

Tagungsleitung: Dr. Heinz-Hermann Peitz


29. - 30. November 2014, Stuttgart-Hohenheim
Divina Commedia: Stufen der Selbst- und Gotteserkenntnis
Zum 750. Geburtstag von Dante Alighieri

Der im Frühjahr 1265 geborene Dichter und Philosoph Dante Alighieri griff mit seiner "Göttlichen Komödie" in einer Art apokalyptischer Jenseitsreise über alle irdische Wirklichkeit hinaus, um das Schicksal der unsterblichen Seelen zu erkunden. Gleichwohl ging es ihm bei seinem geführten Gang durch Inferno, Purgatorio und Paradiso im Licht des Wissens seiner Zeit vor allem um die rechte Selbst- und Gotteserkenntnis und die gerechte Gestaltung seiner Welt im Diesseits.
In Zusammenarbeit mit der Dante-Gesellschaft Stuttgart

Tagungsleitung: Dr. Klaus W. Hälbig



ReferentInnen


Prof. Dr. Regine Kather

Professorin für Philosophie am Philosophischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Lehrtätigkeit seit 1985 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, u. a. in der Erwachsenenbildung.
Veröffentlichungen u. a.: Was ist Leben? Philosophische Positionen und Perspektiven (2003); Person - Die Begründung menschlicher Identität (2007).


Prof. em. Dr. Hans Kessler

Bis 2003 Professor für Systematische Theologie (Dogmatik und Fundamentaltheologie) am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Bis Ende 2005 Leiter der interdisziplinären Forschergruppe "Naturwissenschaft und Theologie" in Frankfurt. Veröffentlichungen u. a.: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht, 2009/2012; Was kommt nach dem Tod? Über Nahtoderfahrung, Seele, Wiedergeburt, Auferstehung und ewiges Leben, 2014.


PD Dr. Bernard Schumacher

Lehr- und Forschungsrat in Philosophie an der Universität Freiburg/Schweiz. Leiter des Forschungsbereiches ?Alter, Ethik und Rechte am Interdisziplinären Institut für Ethik und Menschenrechte.
Forschungsschwerpunkte sind philosophische Ethik und Anthropologie. Veröffentlichungen u. a.: Der Tod in der Philosophie der Gegenwart, 2004; als Mitherausgeber: Der Mensch und die Person, 2008.



Tagungsleitung


Dr. Klaus W. Hälbig, Akademiereferent


Prof. Dr. Regine Kather, Freiburg


Dr. Heinz-Hermann Peitz, Akademiereferent



Zur Teilnahme


Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 105,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 100,00 EUR
- inkl. Verpflegung, Übern. im DZ (erm.) 71,00 EUR
- ohne Übernachtung und Frühstück 75,00 EUR
- ohne Übernachtung und Frühstück (erm.) 48,00 EUR
Ermäßigung für Auszubildende, Studierende bis 30 Jahre und Arbeitslose


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Referatsassistenz: Martina Weishaupt
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-729; Fax: +49 711 1640-829
E-Mail: weishaupt@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 17.06.14. Nach Anmeldeschluss senden wir Ihnen eine Anmeldebestätigung, erst dann gilt die Anmeldung als angenommen.
Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 18.-25.06.14 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen die Hälfte der Kosten in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungshaus Weingarten -
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Tel: +49 751 5686 0; Fax: +49 751 5686 222

Anreise: Mit der Bahn bis Ravensburg, dann mit dem Bus Linie 2 bis Weingarten "Post", bei der Basilika geht es durch den linken Torbogen zur Rückseite der Klosteranlage. Mit dem PKW auf der B30 (Ulm - Friedrichshafen), Abfahrt "Weingarten", dann der Beschilderung "Kath. Akademie" folgen (Ruftaste an der Schranke; Parkplätze von der Akademie ausgewiesenen). Der Flughafen Friedrichshafen liegt 20 km entfernt; er ist unmittelbar an die Bahnlinie angeschlossen.

Hinweis für unsere Gäste: Durch die Unterbringung von Flüchtlingen im Gästehaus der Akademie müssen wir teilweise Zimmer in externen Hotels anbieten, wofür wir auf Verständnis hoffen. Mit der Einrichtung eines Shuttleservice wollen wir die damit entstehenden Unannehmlichkeiten so gering wie möglich halten.