21.04. bis 25.04.2015, Di 18:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr, Weingarten
Heilige und geheiligte Dinge
Formen und Funktionen
Was ein heiliges Ding ist, lässt sich nicht so leicht beantworten, wenn man die Vielfalt der Erscheinungsformen bedenkt. Neben Reliquien können auch Pilgerzeichen, liturgische Geräte u.v.m. als heiliges und auch geheiligtes Objekt angesehen werden. Die Aspekte und Gründe ihrer Heiligkeit stehen im Mittelpunkt der Tagung. Dabei sollen nicht nur christliche Sichtweisen, sondern auch weitere Religionen einbezogen werden.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für hagiographische Fragen und der DFG-Forschergruppe "Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien"

Downloads zur Veranstaltung

Dr. Claudia Alraum: Tagungsbericht (Download)

Junta de Castilla y León / Caja España: Maravillas de la España medieval. Tesoro Sagrado y Monarquía, Bd. II, León 2000, S. 188
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<p>Copyright Fotos: Imagen MAS

Heilige und geheiligte Dinge

Formen und Funktionen

Nachwuchsworkshop und
Tagung in Kooperation mit dem DFG-Forschungsprojekt
Sakralität und Sakralisierung in Mittelalter und Früher Neuzeit. Interkulturelle Perspektiven in Europa und Asien

22. - 25. April 2015
Tagungshaus Weingarten



Heilige und geheiligte Dinge

Formen und Funktionen

"Heilige Dinge sind, was die Verbote schützen und isolieren. Profane Dinge sind, worauf sich diese Verbote beziehen und die von den heiligen Dingen Abstand halten müssen." (Durkheim 1994). Nicht nur die Definition Émile Durkheims wird im Rahmen der Tagung auf den Prüfstand gestellt. Neben der Heiligkeit von Personen führt die Sakralität und Sakralisierung von Dingen zu ganz spezifischen Fragen. Deshalb räumt die Tagung den methodischen Problemfeldern eine eigene Sektion ein. Erschwert werden griffige oder endgültige Definitionen auch durch die Vielfalt der Erscheinungsformen. Zwischen einer Körperreliquie, einer Berührungsreliquie oder einem Pilgerzeichen bestehen deutliche Unterschiede. Was unterscheidet zum Beispiel geweihte katholische von evangelischen Glocken? Insgesamt kann die langfristige Bedeutung heiliger Dinge bis in die heutige Zeit kaum überschätzt werden, denkt man nur an Kultobjekte von bekannten Pop- oder Schlagerstars. Auch aus dieser Perspektive dürfte die Definition Durkheims zu Fragen führen.
Die Tagung beschränkt sich keinesfalls nur auf den christlichen Bereich, sondern nimmt weitere Religionen in einer abschließenden, eigenen Sektion in den Blick. Einen Grenzfall könnten Bücher darstellen, wenn nicht der Text, sondern das Buch oder sogar die Schrift in der jeweiligen Materialität als heilig gelten - und das nicht nur im Christentum.



Dienstag, 21. April 2015


18.30 Uhr

Abendessen, danach informelle Runde in der Trinkstube

Mittwoch, 22. April 2015


ab 8.00 Uhr

Frühstück


Nachwuchsworkshop


9.15 Uhr

Begrüßung durch die Moderatoren

Prof. Dr. Klaus Herbers, Erlangen
Dr. Uta Kleine, Hagen
Dr. Miriam Czock, Duisburg-Essen


9.30 Uhr

Kirchtürme, Qafees und Pagoden

Indische Sakralität in drei portugiesischen Reiseberichten

Sebastian Stinzing M.A., Würzburg


10.15 Uhr

Vom Umgang mit Charismatikern

Gründerheiliger und Klosterregel bei den Kartäusern und
Grandmontensern

Daniela Hoffmann M.A., Mannheim


11.00 Uhr

Kaffee/Tee


11.30 Uhr

Hagiographie als Medium der Gruppenbildung

Kommunikationsgeschichtliche Perspektiven auf die monastische Reformbewegung im spätangelsächsischen England

Stephan Bruhn M.A., Kiel


12.15 Uhr

Mittagessen


14.00 Uhr

Martyrs of "Our" Faith

Identity and the Cult of Saints in Post-Hussite Bohemia

Dr. Katerina Hornickova, Budweis


14.45 Uhr

Die stumme Sprache der Dinge

Johannes Siegmund M.A., Wien


15.30 Uhr

Kaffee/Tee


Beginn der Tagung


17.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Petra Kurz M.A., Stuttgart
Prof. Dr. Klaus Herbers, Erlangen


I. Methodische Orientierung

Sektionsleitung: Prof. Dr. Susanne Köbele, Zürich


17.30 Uhr

Wie wird ein Ding heilig?

Dr. Roger Thiel, Erlangen


18.30 Uhr

Abendessen

Donnerstag, 23. April 2015


8.00 Uhr

Frühstück


9.00 Uhr

Mittelalterliche Pilgerzeichen

Heiligung von Zeichen und Heiligung durch Zeichen

Dr. Hartmut Kühne, Berlin


10.00 Uhr

Körper und Ding

Wesen und Wahrnehmung von mittelalterlichen Reliquien

Prof. Dr. Michele Ferrari, Erlangen


11.00 Uhr

Kaffee/Tee


11.30 Uhr

Führung in der Basilika


12.30 Uhr

Mittagessen


II. Dinglichkeit und Körperlichkeit

Sektionsleitung: Dr. Uta Kleine, Hagen


14.30 Uhr

Verhüllen und Verbergen

Strategien der Sakralisierung und der Mystifizierung von und mit Reliquien

Prof. Dr. Hedwig Röckelein, Göttingen


15.30 Uhr

Kaffee/Tee


16.00 Uhr

Der verschwundene Körper Vidyatirthas und Gott Siva

Südindische Befunde zur Wechselwirkung zwischen heiligem Objekt und Person

Prof. Dr. Karin Steiner, Würzburg


17.00 Uhr

Die Stigmatisierung der Hl. Katharina von Siena

Hagiographie, Ikonographie und die Verehrung der Croce dipinta aus Pisa

Prof. Dr. Heidrun Stein-Kecks, Erlangen


18.00 Uhr

Abendessen

Freitag, 24. April 2015


8.00 Uhr

Frühstück


III. Dinge und Liturgie

Sektionsleitung: Prof. Dr. Felicitas Schmieder, Hagen


9.00 Uhr

Der frühchristliche Altar als Sakralobjekt

Prof. Dr. Stefan Heid, Rom


10.00 Uhr

Vasa sacra und Paramente in liturgischen und normativen Quellen

Dr. Miriam Czock, Duisburg-Essen


11.00 Uhr

Kaffee/Tee


11.30 Uhr

"Est mea vox bam bam, potens repellere Satan"

Die Glockenweihe im Spiegel mittelalterlicher Inschriften und
konfessionalistischer Polemik

PD Dr. Michael Oberweis, Mainz


12.30 Uhr

Mittagessen


IV. Erscheinungsformen

Sektionsleitung: Prof. Dr. Johanna Mierau, Erlangen


14.00 Uhr

Kultur vor Ort


15.30 Uhr

Kaffee/Tee


16.00 Uhr

Heiliges zum Mitnehmen

Überlegungen zur Mobilität heiliger Dinge in Spätantike und
Frühmittelalter

Prof. Dr. Carola Jäggi, Zürich


17.00 Uhr

Cities, Saints, and Sacred Matter in Medieval Byzantium

Towards a New Understanding of Sanctity as Material and
Spatial Practice

Prof. Dr. Holger Klein, New York


18.00 Uhr

Abendessen


19.00 Uhr

Gelegenheit zur Abendmesse in der Basilika

Samstag, 25. April 2015


8.00 Uhr

Frühstück


V. Heiligkeit in Schrift

Sektionsleitung: N.N.


9.00 Uhr

Der Buchstabe als heiliges Ding

Ein-Blicke in die Buchstabentheologie islamischer Kalligraphen

Dr. des. Berenike Metzler, Erlangen


10.00 Uhr

Warum tragen Heiltümer Inschriften?

Dr. Rüdiger Fuchs, Mainz


11.00 Uhr

Kaffee/Tee


11.30 Uhr

Heiligkeit im Narrativ

Der Fall einer Schriftrolle aus dem Nildelta

Ursula Bsees M.A., Wien


12.30 Uhr

Zusammenfassung

Prof. Dr. Andreas Nehring, Erlangen


13.00 Uhr

Mittagessen, danach Ende der Tagung



Zur Teilnahme


Tagungskosten

bei Übernachtung im EZ 366,00 EUR
bei Übernachtung im DZ 346,00 EUR
Studierende und Arbeitslose (nur DZ) 258,00 EUR

ohne Übernachtung und Frühstück 242,00 EUR
Studierende und Arbeitslose 162,00 EUR


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Kerstin Hopfensitz M.A.
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-752; Fax: +49 711 1640-852
E-Mail: hopfensitz@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 06.04.2015. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 12.04. - 17.04.2015 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungshaus Weingarten -
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Tel: +49 751 5686-0; Fax: +49 751 5686-222

Anreise: Mit der Bahn bis Ravensburg, dann mit dem Bus Linie 2 bis Weingarten "Post", bei der Basilika geht es durch den linken Torbogen zur Rückseite der Klosteranlage. Mit dem PKW auf der B30 (Ulm - Friedrichshafen), Abfahrt "Weingarten", dann der Beschilderung "Kath. Akademie" folgen (Ruftaste an der Schranke; Parkplätze von der Akademie ausgewiesen). Der Flughafen Friedrichshafen liegt 20 km entfernt; er ist unmittelbar an die Bahnlinie angeschlossen.

Hinweis für unsere Gäste: Durch die Unterbringung von Flüchtlingen im Gästehaus der Akademie müssen wir teilweise Zimmer in externen Hotels anbieten, wofür wir auf Verständnis hoffen. Mit der Einrichtung eines Shuttleservice wollen wir die damit entstehenden Unannehmlichkeiten so gering wie möglich halten.