07.10.2015, Mi 08:00 Uhr, bis 18:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Alle inklusive?!
Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen im Krankenhaus
Menschen mit Behinderungen haben das Recht, gesund zu sein. Niemand darf wegen seiner Behinderung schlechtere Hilfen für die Gesundheit bekommen. Dies ist so in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert. Wie sieht der Alltag aus? Wie gut werden PatientInnen mit schweren und mehrfachen Behinderungen im Krankenhaus versorgt?
In Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg


Downloads zur Veranstaltung

  • Dokumentation der Tagung vom Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen Baden-Württemberg e.V. (PDF)

Alle inklusive?!

Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen im Krankenhaus

7. Oktober 2015
Tagungszentrum Hohenheim



Alle inklusive?!

Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen im Krankenhaus

"Ich mach Dich gesund", sagte der Bär. Er wollte seinem Freund Tiger, dem die Streifen verrutscht waren, helfen. Wenn es doch immer so leicht wie bei Janosch wäre? Ein Krankenhausaufenthalt wird jedoch von den meisten Menschen als einschneidendes und belastendes Erlebnis wahrgenommen: Im straff organisierten Klinikalltag fühlen sich PatientInnen oft ängstlich, fremd und hilflos. Dies gilt auch und in besonderem Maße für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Aus Sicht der meisten Krankenhäuser stellen sie eine besondere Herausforderung dar: PatientInnen mit Behinderung brauchen ein Mehr an Zeit, Assistenz, Pflege und Behandlung.

"Menschen mit Behinderungen haben das Recht, gesund zu sein. Niemand darf wegen seiner Behinderung schlechtere Hilfen für die Gesundheit bekommen. Jeder Mensch mit Behinderung muss die Medizin und Hilfen für die Gesundheit bekommen, die er braucht." Dies ist - in leichter Sprache - in Artikel 25 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen klar formuliert. Wie aber sieht der Alltag aus? Wie gut werden PatientInnen mit schweren und mehrfachen Behinderungen im Krankenhaus versorgt?

Einerseits werden wir bei der Tagung eine Bestandsaufnahme vornehmen und vorhandene Barrieren bei der stationären Versorgung von Menschen mit schweren Behinderungen im Krankenhaus aufzeigen. Andererseits werden auch Lösungsansätze vorgestellt - etwa die geplanten medizinischen Zentren für erwachsene Menschen mit schweren Behinderungen. Folgende Fragen werden uns im Einzelnen beschäftigen: Wie sind Krankenhäuser auf PatientInnen mit schweren Behinderungen vorbereitet? Wie klappt die Verständigung und gibt es ausreichend Zeit für eine gute Versorgung? Wie werden die Aufnahme und die Entlassung vorbereitet? Kann eine Krankenhausaufnahme nur stattfinden, wenn pflegende Angehörige oder MitarbeiterInnen einer Wohneinrichtung rund um die Uhr als Begleitpersonen zur Verfügung stehen? Wie hilfreich ist eine Patientenverfügung und wie können Menschen mit schweren Behinderungen ihren Patientenwillen verbindlich formulieren? Wie wirkt sich das 2004 eingeführte fallgruppenbezogene Vergütungssystem - die so genannten DRGs (Diagnosis Related Groups) - aus?

Die Fachtagung will informieren, Impulse setzen und Austausch ermöglichen: zwischen Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen, MitarbeiterInnen und Fachkräften aus der Behindertenhilfe und dem Gesundheitswesen, VertreterInnen aus Politik und Verwaltung. Sie alle sind herzlich eingeladen!



Mittwoch, 7. Oktober 2015


9.15 Uhr

Anreise und Ankommen bei Kaffee und Tee


10.00 Uhr

Begrüßung

Dr. Andrea Thimm
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


10.05 Uhr

Teilhabe braucht Gesundheit

Zwischen Ansprüchen der UN-Behindertenrechtskonvention, Kostendämpfung und Wirklichkeit

Dr. Lotte Habermann-Horstmeier, Villingen-Schwenningen


10.30 Uhr

Medizinische Versorgung von Menschen mit schweren Behinderungen - eine Herausforderung

Dr. Jürgen Kolb, Meckenbeuren


11.00 Uhr

Pflegerische Versorgung von Menschen mit schweren Behinderungen - eine Herausforderung

Angela Prüfer, Susanne Just, Bielefeld


11.15 Uhr

Medizinische Zentren für erwachsene Menschen mit schweren Behinderungen als neues Element der Gesundheitsversorgung

Eine Weiterentwicklung der Sozialpädiatrischen Zentren für Kinder?

Dr. Andreas Oberle, Stuttgart


11.30 Uhr

Pause mit Kaffee und Tee


11.45 Uhr

Alle inklusive?! Berichte aus der Praxis


- aus der Perspektive von Menschen mit schweren Behinderungen

Ulrich Schütze, Stuttgart und Ottmar Walz, Markgröningen


- aus der Perspektive von Angehörigen von Menschen mit schweren Behinderungen

Wolfgang G. Müller, Mannheim


- aus der Perspektive von MitarbeiterInnen in einer Wohneinrichtung

Ute Dybisbanski, Mannheim


- aus der Perspektive einer Krankenhausgesellschaft

Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (angefragt)


13.00 Uhr

Mittagspause


14.15 Uhr

Nachgefragt - Arbeitsgruppen


Forum 1

PatientInnen mit Behinderung im Krankenhaus - Praxisbeispiele

Inklusionsprojekt bhz und Diakonie-Klinikum Stuttgart

Joachim Ziegler, Stuttgart
Beate Klessen, Stuttgart


Angehörigenvertretungen im Gespräch mit Mannheimer Kliniken

Wolfgang G. Müller, Mannheim


Forum 2

Patientenverfügung - oder: "Ich weiß ganz genau, was ich will oder nicht will!"

Jutta Hertneck, Waiblingen


Forum 3

Ohne geht es nicht: Assistenz und Pflege im Krankenhaus

Angela Prüfer, Susanne Just, Bielefeld


Forum 4

Arabische PatientInnen mit Behinderungen und ihre Familien

Eine zusätzliche Herausforderung?

Dr. Gharieb Gharieb, Pforzheim


16.00 Uhr

Pause mit Kaffee und Tee


16.15 Uhr

Lachen tut gut ? - darf ich reinkommen?

Clown Kampino, Remseck


16.40 Uhr

Ausblick - Erwartungen und Forderungen

Jutta Pagel-Steidl, Stuttgart


16.45 Uhr

Ende der Veranstaltung



ReferentInnen


Ute Dybisbanski, Mannheim

Dipl.-Pädagogin, Leitung Fachbereich Wohnen der Reha Südwest - Regenbogen gGmbH


Dr. phil. Gharieb Mohamed Gharieb, Pforzheim

Selbständiger Dolmetscher und Übersetzer, Kursleiter


Dr. med. Lotte Habermann-Horstmeier, Villingen-Schwenningen

MPH, Leiterin des Villingen Institute of Public Health (VIPH) der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB)


Jutta Hertneck, Waiblingen

Rechtsanwältin, Mutter eines Sohnes mit schweren Behinderungen, Vorstandsmitglied LVKM BW


Ludger Hoffkamp, Remseck

alias Clown Kampino; katholischer Seelsorger und Gestaltberater (IGBW), Clown, Humorcoach


Susanne Just, Bielefeld

Krankenschwester im Krankenhaus Mara - Zentrum Behindertenmedizin, berufsbegleitend Studium Pflegewissenschaft


Beate Klessen, Stuttgart

Krankenschwester im Diakonie-Klinikum, Projektmitarbeiterin bei "Menschen mit Behinderung im Krankenhaus"


Dr. med. Jürgen Kolb, Meckenbeuren

Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Leiter der Erwachsenenklinik und Leiter der St.-Lukas-Klinik


Wolfgang G. Müller, Mannheim

Vater eines Sohnes mit Behinderung, Angehörigenvertreter in einer Werkstatt für behinderte Menschen


Dr. med. Andreas Oberle, Stuttgart

Kinder- und Jugendarzt; Ärztlicher Direktor Sozialpädiatrisches Zentrum, Olgahospital Klinikum Stuttgart


Angela Prüfer, Bielefeld

Krankenschwester im Krankenhaus Mara - Zentrum Behindertenmedizin, berufsbegleitend Studium Pflegewissenschaft


Ulrich Schütze, Stuttgart

besucht eine Tagesförderstätte, lebt in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft des Körperbehinderten-Vereins Stuttgart


Ottmar Walz, Markgröningen

Dipl.-Verwaltungswirt (FH), ist seit einem Unfall schwer behindert und organisiert seinen Alltag mit Hilfe einer persönlichen Assistenz


Joachim Ziegler, Stuttgart

Sozialarbeiter, Projektleitung "Menschen mit Behinderung im Krankenhaus" von bhz und Diakonie-Klinikum Stuttgart (2013 - 2015)



Tagungsleitung


Dr. Andrea Thimm
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Jutta Pagel-Steidl
Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e.V.



Zur Teilnahme


Tagungskosten

Tagungsbeitrag EUR 35,00
ermäßigt EUR 15,00
für Menschen mit Behinderung, die außer einem WfbM-Lohn nicht über eigenes Einkommen verfügen.
Inkl. Mittagessen und Kaffee/Tee


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Gudrun Leidig
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-623; Fax: +49 711 1640-827
E-Mail: gesellschaft@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 30. September.

Teilen Sie uns bitte bei der Anmeldung mit, an welchem Forum Sie teilnehmen möchten.

Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 1.-6. Oktober 2015 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart - Tagungszentrum Hohenheim - Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Tel: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Ab Stuttgart Hauptbahnhof (U5, U6, U12) bis Möhringen, von dort U3 bis Plieningen (Fahrtzeit ca. 30 Min). Mit der S-Bahn (S1, S2, S3) bis Vaihingen, dann Stadtbahn (U3) bis Plieningen (Fahrtzeit ca. 35 Min.) Von der Endstation sind es noch 300 Meter zur Paracelsusstraße (zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich/Kreisverkehr die Hauptstraße überqueren, dann gleich rechts).

Mit dem Auto aus Richtung Ulm oder Karlsruhe: Ausfahrt "Flughafen" in Richtung Plieningen. Hauptstraße durch Plieningen bis zur Abzweigung Universität Hohenheim. Am Kreisverkehr bei der Gaststätte "Garbe" scharf rechts in die Paracelsusstraße.

Das Tagungszentrum Hohenheim ist barrierefrei.