03.08. bis 06.08.2015, Mo 15:00 Uhr, bis Do 13:00 Uhr, Weingarten
Philosophische Sommerwoche
Weisheit, Licht und Glanz
Russische Religionsphilosophie und die Kunst der Ikonen
Die orthodoxe Kirche tritt im kommenden Jahr an Pfingsten mit dem erstmals seit mehr als 1200 Jahren stattfindenden Panorthodoxen Konzil in den Blick der Weltöffentlichkeit. Ihre "Göttliche Liturgie" bezaubert seit jeher mit dem Glanz ihrer Riten und der Schönheit ihrer Gesänge, Hymnen und Ikonen. Mit der Orthodoxie verbunden sind aber auch herausragende russische Religionsphilosophenim des 19. und 20. Jahrhunderts. Deren Denken kreist besonders um die weibliche Gestalt der Weisheit (Sophia) als Schöpfungsmittlerin, die auch auf Ikonen dargestellt wird.

Downloads zur Veranstaltung

  • Bernd Groth: Gibt es eine "russische" Philosophie? Einführende Überlegungen und Beispiele (Tagungsbeitrag, Download)
  • Bernd Groth: Philosoph und Theologie in dunkler Zeit. Grundzüge des religionsphilosophischen Denkens von Pavel Florenskij (1882–1937) (Tagungsbeitrag, Download)
  • Dennis Stammer: Antinomischer Pan-en-theismus. Der Gottesbegriff Simon L. Franks im Geist des Nikolaus von Kues (Tagungsbeitrag, Download)
  • Dennis Stammer: "Der herausragendste russische Philosoph". Grundzüge des religionsphilosphischen Denkens von Simon L. Frank (1877–1950) (Tagungsbeitrag, Download)
  • Regula M. Zwahlen: Der Mensch – Logos der Schöpfung. Die Anthropologie von Sergij Bulgakov (Tagungsbeitrag, Download; Powerpoint-Präsentation, Download)
  • Regula M. Zwahlen: Sophia – Geheimnis der Schöpfung. Die Sophiologie von Sergij Bulgakov (Tagungsbeitrag, Download; Powerpoint-Präsentation, Download)

Philosophische Sommerwoche

Weisheit, Licht und Glanz

Russische Religionsphilosophie und die Kunst der Ikonen

3. bis 6. August 2015
Tagungshaus Weingarten



Weisheit, Licht und Glanz

Die Vereinten Nationen haben 2015 zum internationalen "Jahr des (physikalischen) Lichts" ausgerufen. Auch das alttestamentliche Buch der Weisheit preist das Licht, nämlich das der geschaffenen Weisheit (Sophia). Sie ist "der Abglanz des ewigen Lichts, der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, das Bild seiner Vollkommenheit" (Weish 7,26).

Als der Großfürst von Kiew, Wladimir I, im Jahre 988 die Kiewer Rus zum Christentum führte, stand im Hintergrund die Erfahrung des Glanzes und der Schönheit der Göttlichen Liturgie in der Hagia Sophia in Konstantinopel; denn davon hatten ihm seine Abgesandten berichtet: "Wir wissen nicht, ob wir im Himmel waren oder auf Erden, denn auf Erden gibt es einen solchen Anblick und eine solche Schönheit nicht."

In anderer Weise spielte die Hagia Sophia, die heilige Weisheit als Schöpfungsmittlerin, für die russischen Religionsphilosophen des 19. und 20. Jahrhunderts eine große Rolle. Pavel A. Florenskij sagt in einem Brief: "Die russische Orthodoxie ist in ihrem Wesen ein Geschenk der Sophia." Als weibliche Gestalt, die "im Anfang" der Wege des Schöpfers dabei war und vor ihm allezeit spielte/tanzte (Sprüche 8,23-31), kommt ihr in der Bibel eine zentrale Mittlerrolle zu.

Als ?Abglanz der Ewigen Weisheit stellt Sophia die Welt
(-Ordnung) dar, insofern sie Wohnstatt Gottes ist wie das himmlische Jerusalem: "Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen" (Offb 21,3). In der Kunst der Ikonen wird diese Figur zwischen Immanenz und Transzendenz ebenfalls dargestellt. Die Sommerwoche bedenkt das Wesen von Ikone und Bild sowie die Philosophie (Sophiologie) der großen russischen Denker Solowjew, Florenskij, Bulgakov und Frank - auch im Hinblick auf das Panorthodoxe Konzil, das erstmals seit mehr als 1300 Jahren an Pfingsten 2016 in Konstantinopel (Istanbul) stattfinden wird.

Zum Titelbild:
Ikone der Göttlichen Sophia, Kathedrale von Nowgorod (15./16. Jh.), aus: Gisbert Greshake, Maria-Ecclesia. Perspektiven einer marianisch grundierten Theologie und Kirchenpraxis, Regensburg 2014



Montag, 3. August 2015


ab 15.00

Anreise und Kaffee


16.00 Uhr

Einführung in die Philosophische Sommerwoche

Dr. Klaus W. Hälbig, Akademiereferent


16.15 Uhr

Gibt es eine "russische" Philosophie?

Einführende Überlegungen und Beispiele

Dr. Bernd Groth, Mühldorf am Inn


19.30 Uhr

Ostkirchliches Abendlob

in der Basilika in Weingarten

Sergius-Chor Weingarten

Dienstag, 4. August 2015


9.00 Uhr

Philosoph und Theologe in dunkler Zeit

Grundzüge des religionsphilosophischen Denkens von Pavel Florenskij (1882-1937)

Dr. Bernd Groth, Mühldorf am Inn


11.30 Uhr

Der Mensch: "Bild und Gleichnis Gottes"

Eine Grunderfahrung in der Philosophie Wladimir Solowjews

Prof. Dr. Ludwig Wenzler, Freiburg


14.30 Uhr

"Der Sinn der Liebe" -
"Die Rechtfertigung des Guten"

Arbeit mit zwei Haupttexten von Wladimir Solowjew

Prof. Dr. Ludwig Wenzler, Freiburg


16.30 Uhr

Sophia - Geheimnis der Schöpfung

Die Sophiologie von Sergij Bulgakov

Dr. Regula Zwahlen, Freiburg (CH)


19.30 Uhr

Renaissance der Ikonen

Zur Wiederentdeckung der Orthodoxen Ikone im 20. Jahrhundert

Diakon John Alexander Reves, Salzburg

Mittwoch, 5. August 2015


9.00 Uhr

Der Mensch - Logos der Schöpfung

Die Anthropologie von Sergij Bulgakov

Dr. Regula Zwahlen, Freiburg (CH)


10.30 Uhr

Bild und Ikone

Zwei verschiedene Denkwege der Theologie

Prof. Dr. Michael Schneider, Frankfurt


15.00 Uhr

Kosmische Liturgie

Gottesdienst als Grundbestimmung von Mensch und Welt

Prof. Dr. Michael Schneider, Frankfurt


19.30 Uhr (Basilika)

Göttliche Liturgie

Gottesdienst im orthodoxen Ritus

Mit Pater Michael Schneider, musikalisch gestaltet vom Sergius-Chor

Donnerstag, 6. August 2015


9.00 Uhr

"Der herausragendste russische Philosoph"

Grundzüge des religionsphilosophischen Denkens von Simon L. Frank (1877-1950)

Dr. des. Dennis Stammer, München


10.30 Uhr

Antinomischer Pan-en-theismus

Franks Gottesbegriff im Geist des Nikolaus von Kues und seine aktuellen Bezüge

Dr. des. Dennis Stammer, München


12.30 Uhr

Mittagessen und Ende der Tagung



Referenten/-in


Dr. Bernd Groth

(*1949), Studium der Philosophie, Theologie und Russistik in München, Rom und Paris; akademische Lehrtätigkeit (Religionsphilosophie, Fundamentaltheologie) in Rom, Innsbruck und Nowosibirsk; seit 2004 Philosophische Praxis in München und seit 2005 Mitglied (und im Vorstand) der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis (IGPP), seit 2012 freiberufliche Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung in München.


John Alexander Reves

(*1976), Studium der Philosophie und Theologie (USA, Mag. Theol.), Diakon der ukrainisch-griech.-kath. Kirche, seit 2012 Doktorand in Salzburg, Thema der Diss.: "Die Weisheit hat ihr Haus gebaut".


Dr. des. Dennis Stammer

(*1982), Studium der Philosophie und Theologie in München, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Religionsphilosophie der Hochschule für Philosophie München; Lehraufträge an der TU und anderen Hochschulen in München; 2015 Dr. phil.


Prof. Dr. Michael Schneider

(*1949), Studium der Philosophie und Theologie in Münster, Rom, Wien und Freiburg, 1981 Dr. theol., Eintritt in den Jesuitenorden, 1984 Spiritual in Sankt Georgen, 1985-2000 Dozent für Spirituelle Theologie in Salzburg, 1991 Dr. habil in Freiburg, seither Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft in Frankfurt, 2002 Weihe zum Großarchimandriten des Patriarchats von Antiochien und damit Repräsentant der griech.-kath. Kirche in Deutschland.


Prof. Dr. Ludwig Wenzler

(*1938), Studium der Philosophie und Theologie, 1978 Dr. theol., 1988 Dr. habil., apl. Prof. in Freiburg mit Schwerpunkt u. a. Russische Religionsphilosophie, 1990 bis 2002 Direktor der Katholischen Akademie in Freiburg


Dr. Regula M. Zwahlen

(*1975), Studium der Slavischen Sprachen und Literaturen, Kulturphilosophie und Politikwissenschaften Ostmittel- und Osteuropas in Freiburg (Schweiz); 2009 Dr. phil.; seit 2010 Redakteurin der Zeitschrift Religion & Gesellschaft in Ost und West in Zürich; seit 2011 Leiterin der "Forschungsstelle Sergij Bulgakov" am Ökumenischen Institut der Universität Freiburg Schweiz; Mitherausgeberin der deutschen Sergij Bulgakov Edition (2014 folgende).



Tagungsleitung


Dr. Klaus W. Hälbig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart



Zur Teilnahme


Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 300,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 285,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 207,00 EUR
Studierende (nur Übernachtung im DZ) 219,00 EUR
Studierende ohne Übernachtung/Frühstück 147,00 EUR


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Anna Fröhlich-Hof M.A.
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-767 ; Fax: +49 711 1640-777
E-Mail: froehlich-hof@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 20.07.2015. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 21.-31.07.2015 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungshaus Weingarten -
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Tel: +49 751 5686 0; Fax: +49 751 5686 222

Anreise: Mit der Bahn bis Ravensburg, dann mit dem Bus Linie 2 bis Weingarten "Post", bei der Basilika geht es durch den linken Torbogen zur Rückseite der Klosteranlage. Mit dem PKW auf der B30 (Ulm - Friedrichshafen), Abfahrt "Weingarten", dann der Beschilderung "Kath. Akademie" folgen (Ruftaste an der Schranke; Parkplätze von der Akademie ausgewiesen). Der Flughafen Friedrichshafen liegt 20 km entfernt; er ist unmittelbar an die Bahnlinie angeschlossen.

Hinweis für unsere Gäste: Durch die Unterbringung von Flüchtlingen im Gästehaus der Akademie müssen wir teilweise Zimmer in externen Hotels anbieten, wofür wir auf Verständnis hoffen. Mit der Einrichtung eines Shuttleservice wollen wir die damit entstehenden Unannehmlichkeiten so gering wie möglich halten.