16.11.2015, Mo 09:00 Uhr, bis 17:30 Uhr, Stuttgart-Hohenheim
Zwangsverheiratung wirksam bekämpfen
Neue Zielgruppen in den Blick nehmen
Die freie Wahl des Lebenspartners steht jedem Menschen zu. Zwangsverheiratungen finden hingegen weiterhin in nennenswertem Umfang statt. Insbesondere Menschen mit Behinderung müssen in diesem Kontext künftig mehr Aufmerksamkeit erfahren.
In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Integration Baden-Württemberg, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. und dem Fraueninformationszentrum FIZ



Downloads zur Veranstaltung

  • Swantje Köbsell: Behinderte Frauen und Männer mit Migrationshintergrund - (k)eine Zielgruppe im Kampf gegen Zwangsverheiratung? (Präsentation, Download)
  • Swantje Köbsell: Unsichtbar in Gesellschaft und Angeboten für behinderte Menschen: Migrant_innen mit Beeinträchtigungen (Aufsatz, Download)
  • Kurzvorstellung von Projekten, Praxisbeispiele (Präsentation, Download)

Zwangsverheiratung wirksam bekämpfen

Neue Zielgruppen in den Blick nehmen

16. November 2015
Tagungszentrum Hohenheim



Zwangsverheiratung wirksam bekämpfen

Neue Zielgruppen in den Blick nehmen

Expertinnen und Experten sind sich darin einig, dass Zwangs-ehen in Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union häufiger vorkommen als bislang angenommen. Bei einer Zwangsverheiratung handelt es sich um eine eklatante Verletzung der Menschenrechte, die insbesondere Mädchen und jungen Frauen widerfährt. Auch Menschen mit Behinderungen und homosexuelle Männer und Frauen können betroffen sein.

Im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Fachtags "Zwangsverheiratung wirksam bekämpfen" wollen wir in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf neue Personen- und Zielgruppen lenken, die in der Präventions- und Beratungsarbeit auftreten. Durch einen wissenschaftlichen Vortrag, Gesprächsrunden und Projektvorstellungen wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, dass auch Menschen mit Handicap oder einer "anderen" sexuellen Orientierung den Gefahren einer Zwangsverheiratung ausgesetzt sind.

Es bedarf auch in diesen Handlungsfeldern der Sensibilisierung, Qualifizierung und Vernetzung von Fachkräften aus unterschiedlichen Organisationen, um in der praktischen Arbeit Handlungssicherheit zu gewinnen und damit Opferschutz zu gewährleisten: Mit dem Fachtag wollen wir neue fachliche Impulse setzen und einen Beitrag dafür leisten, die Beratungspraxis für Fachkräfte aus verschiedenen sozialen Bereichen zu stärken. Alle, die in dieser Thematik engagiert sind, insbesondere auch professionelle sowie ehrenamtlich Aktive aus Vereinen und Initiativen, sind herzlich dazu eingeladen.



Montag, 16. November 2015


ab 9.30 Uhr

Ankommen, kleiner Imbiss


10.00 Uhr

Begrüßung

Dr. Andrea Thimm, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Grußworte

Bilkay Öney
Ministerin für Integration des Landes Baden-Württemberg


Pfarrer Heinz Gerstlauer
Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Gesellschaft (eva)


10.20 Uhr

Behinderte Frauen und Männer mit Migrationshintergrund - (k)eine Zielgruppe im Kampf gegen Zwangsverheiratung?

Prof. Dr. Swantje Köbsell, Professorin für Disability Studies an der Alice Salomon Hochschule Berlin


11.15 Uhr

Gesprächsrunde: Anfragen an verschiedene Handlungsfelder

Prof. Dr. Swantje Köbsell
Rechtsanwalt Jörg Lang, Stuttgart
Britta Schade, Zentrum Selbstbestimmt Leben e.V.
Beratungsstelle Sibel-Papatya, anonyme Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund
Bereichsleiterin der Mobilen Beratungsstelle YASEMIN


Moderation

Monika Memmel, Evangelische Gesellschaft (eva)


12.15 Uhr

Mittagessen


13.15 Uhr

Kurzvorstellung von Projekten, Praxisbeispiele

Aktive Behinderte in Stuttgart - Zentrum selbstbestimmt Leben e.V. (Britta Schade)

Behindertenzentrum Stuttgart e.V., Interkulturelles Projekt (Olimpia Orefice)


LISA - Leben in Sicherheit für alle, Frauen- und Therapiezentrum Stuttgart e.V. (Katharina Binder)

capito Stuttgart, 1a Zugang Beratungsgesellschaft mbH (Christian Nolte, Heidrun Loth)

KOBRA e.V., Projekt: Hilfen und Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung nach sexualisierter Gewalt

Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg, ajs (Elke Sauerteig)

Beratungsstelle Sibel-Papatya, anonyme Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund

Projekt "Weiterbildung von Berliner Stadtteil- und Kiezmüttern zu den Themen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre" von TERRE DES FEMMES (Sandra Stopper)

HEROES, Brücke e. V. Augsburg (Steve Malki)

Mobile Beratungsstelle YASEMIN

PLUS. Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V. (Margret Göth)

Fraueninformationszentrum FIZ, Stuttgart (Doris Köhncke)

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (Susanne Häusler)

DITIB Bund der Muslimischen Frauen (Derya Sahan)

Verfahrensabsprache des Jugendamts der Landeshauptstadt Stuttgart (Klaus-Dieter Pieper)

Justiznahe Zeugen- und Prozessbegleitung, NERO und NEROkidz beim Verein Bewährungshilfe Stuttgart e.V. im Amts- und Landgerichtsbezirk Stuttgart (Tina Neubauer)


Moderation

Dr. Max Bernlochner, Ministerium für Integration


14.00 Uhr

Offenes Forum

Sie haben die Möglichkeit, mit den Vertreterinnen und Vertretern der Projekte ins Gespräch zu kommen - bei Kaffee und Kuchen


14.45 Uhr

Abschließende Gesprächsrunde: Verschiedene Zugänge, gemeinsame Themen bei der Bekämpfung von Zwangsverheiratung


Margret Göth, PLUS. Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V.
Steve Malki, Gruppenleiter HEROES, Brücke e. V. Augsburg
Ayse Özbabacan, Abteilung für Integration, Landeshauptstadt Stuttgart
Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e.V.
Peter Pfeiffer, Sozialministerium Baden-Württemberg, Landesaktionsplan "Gewalt gegen Frauen"
Derya Sahan, Vorsitzende von DITIB Bund der Muslimischen Frauen
Marie-Luise Stöger, Geschäftsführerin/Leiterin Wildwasser Stuttgart e.V., Runder Tisch "Unterstützungs- und Präventionsangebote gegen (sexualisierte) Gewalt an Menschen mit Behinderung"


Moderation

Monika Memmel, Evangelische Gesellschaft (eva)


15.45 Uhr

Abschluss der Tagung mit kurzem Rück- und Ausblick durch die
Tagungsleitung


16.00 Uhr

Tagungsende



Tagungsplanung und -leitung


Klaus Barwig und Dr. Andrea Thimm
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Monika Memmel
Evangelische Gesellschaft (eva)


Dr. Max Bernlochner und Ralph Klause
Ministerium für Integration Baden-Württemberg


Doris Köhncke
Fraueninformationszentrum FIZ



Zur Teilnahme


Tagungskosten

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.
Die Tagung wird gefördert durch das Ministerium für Integration Baden-Württemberg und die Evangelische Gesellschaft (eva).


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Gudrun Leidig
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-623; Fax: +49 711 1640-827
E-Mail: gesellschaft@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 9. November 2015. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart - Tagungszentrum Hohenheim - Paracelsusstraße 91, 70599 Stuttgart
Tel: +49 711 451034 600; Fax: +49 711 451034 898

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Ab Stuttgart Hauptbahnhof (U5, U6, U12) bis Möhringen, von dort U3 bis Plieningen (Fahrtzeit ca. 30 Min). Mit der S-Bahn (S1, S2, S3) bis Vaihingen, dann Stadtbahn (U3) bis Plieningen (Fahrtzeit ca. 35 Min.). Von der Endstation sind es noch 300 Meter zur Paracelsusstraße (zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich/Kreisverkehr die Hauptstraße überqueren, dann gleich rechts).

Mit dem Auto aus Richtung Ulm oder Karlsruhe: Ausfahrt "Flughafen" in Richtung Plieningen. Hauptstraße durch Plieningen bis zur Abzweigung Universität Hohenheim. Am Kreisverkehr bei der Gaststätte "Garbe" scharf rechts in die Paracelsusstraße.

Das Tagungszentrum Hohenheim ist barrierefrei.