07.04. bis 09.04.2016, Do 12:00 Uhr, bis Sa 14:00 Uhr, Weingarten
Materielle Kultur und Sozialprestige im Spätmittelalter
Führungsgruppen in Städten des deutschsprachigen Südwestens
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für das Patriziat, Führungsansprüche in der mittelalterlichen Stadt zu konsolidieren, etwa die Ausschmückung von Kirchen oder die Einschreibung der eigenen Familiengeschichte in die städtische Chronistik. Während der Tagung sollen Vorbilder und Aushandlungsprozesse dieser Inszenierung hinterfragt und Brüche zwischen tatsächlichem Führungsanspruch und scheinbarer Führungsfunktion untersucht werden.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für geschichtliche Landeskunde und historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen, dem Haus der Stadtgeschichte Ravensburg und der Gesellschaft Oberschwaben

Downloads zur Veranstaltung

Magdalena Rais: Tagungsbericht (Download)

© Museum Humpis-Quartier, Ravensburg

Materielle Kultur und Sozialprestige im Spätmittelalter

Führungsgruppen in Städten des deutschsprachigen Südwestens

7. - 9. April 2016
Tagungshaus Weingarten



Materielle Kultur und Sozialprestige im Spätmittelalter

Führungsgruppen in Reichsstädten des deutschsprachigen Südwestens

Um den Führungsanspruch in der Stadt des späten Mittelalters zu behaupten und auszubauen, bedienen sich der Rat und die führenden Familien einer Stadt verschiedener Mittel. Dies beinhaltet etwa den repräsentativen Ausbau von Rathäusern, die Ausschmückung von Kirchen durch geistliche Stiftungen oder die Einschreibung der eigenen Familiengeschichte in die Chronistik der Stadt.

Die verschiedenen Führungsgruppen bedienen sich unterschiedlicher Strategien ihren Anspruch deutlich zu machen. Die Repräsentation des Rates als sich herausbildende Obrigkeit, die in zunehmendem Maße auch im Stadtbild sichtbar wird, steht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite stehen die führenden Familien, die sich am Vorbild des Adels orientieren und mit zunehmender Nobilitierung von der Stadt auf den adelsgleichen Landsitz drängen.

Doch was hat dies für Folgen für die materielle Kultur und das Stiftungswesen innerhalb der Stadt? Wie und woran zeigt sich der Führungsanspruch des Rates und der ratsfähigen Familien in der materiellen Kultur einer Stadt in den unterschiedlichen Aushandlungsprozessen? Wie inszenieren die Führungsgruppen ihr Sozialprestige, um ihren Führungsanspruch zu behaupten? An welchen Vorbildern orientieren sich die Familien im Ausbau ihrer Selbstdarstellung? Welche Brüche zwischen tatsächlichem Führungsanspruch und scheinbarer Führungsfunktion lassen sich ausmachen? Diesen Fragen möchte sich die Tagung widmen. Wegen der Dichte der Reichsstädte soll dabei der Südwesten des Reiches im Mittelpunkt der Vorträge stehen.



Donnerstag, 7. April 2016


15:30 Uhr

Begrüßungskaffee


16:00 Uhr

Begrüßung

Dr. Petra Kurz, Stuttgart


Einführung

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Tübingen


16:30 Uhr

Reichsstädtische Führungsgruppen zwischen Stadtadel und Funktionselite

Prof. Dr. Michael Rothmann, Hannover


Sektion 1: Selbstdarstellung von Stadt und Rat

Moderation: Prof. Dr. Pierre Monnet, Frankfurt


17:30 Uhr

Schriftlichkeit und Siegelführung

Die Bildung und Behauptung städtischer Führungsgruppen im Elsass des 13. Jahrhunderts

PD Dr. Gabriel Zeilinger, Kiel


18:30 Uhr

Abendessen
danach gesellige Runde in der Trinkstube

Freitag, 8. April 2016


8:00 Uhr

Morgenimpuls
Frühstück


9:00 Uhr

Rathäuser als Orte kommunaler Selbstdarstellung in südwestdeutschen Reichsstädten

Prof. Dr. Jörg Rogge, Mainz


10:00 Uhr

Formen der Selbstdarstellung der Reichsstadt Esslingen am Neckar im Spätmittelalter

(1300-1600)

Dr. Joachim J. Halbekann, Esslingen


11:00 Uhr

Kaffee/Tee


Sektion 2: Sozialprestige und Selbstdarstellung von Familien der städtischen Eliten

Moderation: PD Dr. Christian Jörg, Tübingen


11:30 Uhr

Selbstdarstellung der Führungseliten in den Sakralbauten der Reichsstadt Ulm

Dr. Eva Leistenschneider, Ulm


12:30 Uhr

Mittagessen


14:00 Uhr

Patrizische Repräsentation

Wappen der alten Geschlechter im spätmittelalterlichen Mainz

Dr. Heidrun Ochs, Mainz


15:00 Uhr

Memoria und ständische Repräsentation

Die Totenschilde der Nürnberger Elite

Dr. Katja Putzer, Nürnberg


16:00 Uhr

Kaffee/Tee


16:30 Uhr

Abfahrt nach Ravensburg
Stadtführung in Ravensburg: Orte patrizischer Selbstdarstellung

Dr. Andreas Schmauder, Ravensburg


18:00 Uhr

Abendessen in Ravensburg


19:30 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
Schwörsaal im Waaghaus Ravensburg

Macht, Reichtum, Selbstdarstellung

Die Humpis und die führenden Kaufleute der Bodenseestädte

Dr. Andreas Schmauder, Ravensburg


anschließend Empfang
Rückfahrt nach Weingarten

Samstag, 9. April 2016


8:00 Uhr

Morgenimpuls
Frühstück



Moderation: Dr. Roland Deigendesch, Reutlingen
9:00 Uhr

Die Vintler auf Burg Runkelstein

Materielle Annäherungen an den Adel

Mag. Armin Torggler, Bozen


10:00 Uhr

Kaffee/Tee


10:30 Uhr

Burgen fürs Sozialprestige?

Die Schlösser der Fugger und ihre Vorgängerbauten

Prof. Dr. Dietmar Schiersner, Weingarten


11:30 Uhr

Zwischen Stadt und Burg

Städtische Gerichtsherren in der Deutschschweiz

Peter Niederhäuser, Winterthur


12:30 Uhr

Impuls und Diskussion zum Abschluss

Prof. Dr. Sabine von Heusinger, Köln


13:00 Uhr

Mittagessen
danach Ende der Tagung



Tagungsleitung


Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische
Hilfswissenschaften, Universität Tübingen


Dr. Petra Kurz
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Dr. Andreas Schmauder
Haus der Stadtgeschichte, Ravensburg



Zur Teilnahme


Tagungskosten

- inkl. Verpflegung und Übernachtung im EZ 245,00 EUR
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 235,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 183,00 EUR
Ermäßigt
- inkl. Verpflegung und Übernachtung im DZ 167,00 EUR
- ohne Übernachtung/Frühstück 119,00 EUR


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Kerstin Hopfensitz M.A.
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640 852 ; Fax: +49 711 1640 752
E-Mail: geschichte@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 23.03.2016. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 30.03. - 06.04.2016 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungsbeitrag in Rechnung, danach bzw. bei Fernbleiben die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Tagungshaus Weingarten -
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Tel: +49 751 5686 0; Fax: +49 751 5686 222

Anreise: Mit der Bahn bis Ravensburg, dann mit dem Bus Linie 2 bis Weingarten "Post", bei der Basilika geht es durch den linken Torbogen zur Rückseite der Klosteranlage. Mit dem PKW auf der B30 (Ulm - Friedrichshafen), Abfahrt "Weingarten", dann der Beschilderung "Kath. Akademie" folgen. Im Innenhof und seitlich des Tagungshauses stehen begrenzt kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Um auf den Parkplatz zu gelangen, muss an der Rezeption ein Parkschein abgeholt werden. Auf dem äußeren Klosterhof stehen weitere Parkplätze zur Verfügung zum Tagespreis von 3,00 EUR. Von 18.00 Uhr - 8.00 Uhr und am Wochenende ist das Parken kostenlos. Außerhalb der Markierungen ist absolutes Park- und Halteverbot. Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden abgeschleppt.
Der Flughafen Friedrichshafen liegt 20 km entfernt; er ist unmittelbar an die Bahnlinie angeschlossen.