Weingarten (ars). An der zweiten Studienwoche „Christlich-Islamische Beziehungen im europäischen Kontext" im Tagungshaus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Weingarten nahmen 22 Studierende der Theologie, Islamwissenschaft und angrenzender Fächer teil, je zur Hälfte Christen und Muslime. Die Studienwoche vom 21. bis 25. Juli bot die Chance, sich darüber auszutauschen, welchen Stellenwert der christlich-islamische Dialog und die Beschäftigung mit der jeweils anderen Religion für die spätere Berufspraxis als Imame, Religionslehrer, kirchliche Mitarbeiter oder Wissenschaftler haben können.
Normalerweise studieren die Stipendiaten in Sarajevo, Istanbul, Graz, Tübingen, Rostock, Frankfurt und an anderen Universitäten. Auf Vorschlag von Professoren verbrachten sie gemeinsam eine Woche in Weingarten in einem einmaligen gemischten christlich-muslimischen Lernfeld. Die Studienwoche findet in Verbindung mit dem wissenschaftlichen Netzwerk Theologisches Forum Christentum – Islam statt. Themen der Studienwoche waren unter anderem die religiösen Entwicklungen in Europa, das Verhältnis von Christentum bzw. Islam und Säkularisierung, die islamischen Sicht auf das Christentum und die christliche Deutung des Islam sowie die Rolle der Religionen im säkularen Staat. Acht christliche und muslimische Dozenten von verschiedenen Universitäten haben die Seminareinheiten geleitet.
Der Mufti von Slowenien und Dozent an der Fakultät für islamische Studien in Sarajevo, Nedzad Grabus, machte in seinem Vortrag unter anderem anhand von Entwicklungen der Darstellung anderer Religionen in bosnischen Schulbüchern deutlich, wie wichtig der Auftrag der Vermittlung und Ermöglichung von Toleranz und Akzeptanz ist. Ein Planspiel zum Thema „Moscheebau und Kirchenverkauf" machte einerseits die Schwierigkeit deutlich, auf der Sachebene zu bleiben, andererseits zeigt es die Notwendigkeit, dass jeder sinnvolle Dialog fundiertes Wissen braucht, da er „sonst wie ein Baum ohne Früchte ist", so Professor Abdullah Takim von der Universität Frankfurt, einer der Leiter der Woche.
Neben dem Ziel, Grundwissen zu vermitteln und sich gegenseitig kennenzulernen, wurde bei den zukünftigen Multiplikatoren ein neues Bewusstsein für die Komplexität und die Sensibilität des Themas gefördert. Um Schritte in Richtung Toleranz und Integration gehen zu können, brauche es eine gute und faire Gesprächsatmosphäre, unabhängig von politischen oder religiösen Vorurteilen, hieß es. In diesem Sinne stellte sich Leila Donner-Üretmek vom Bundesministerium des Innern (das die Studienwoche gefördert hat) und Referentin der Deutschen Islam-Konferenz nach ihrem Vortrag den Rückfragen der Studierenden. (ars/thz)
Der Name von Kloster und Stadt inspirierte dazu, Künstlergärten in Weingarten entstehen zu lassen. Zeitgenössische Künstler gestalteten Gärten – recht artifiziell und organisch. Präsentiert werden diese in einem Parcours vom Martinsberg bis in die Stadt.
Vernissage
13. Juni 2010 um 11 Uhr
Ausstellungsdauer
13. Juni bis 19. September 2010
KUNST-RAUM-AKADEMIE
Tagungshaus Weingarten
Kirchplatz 7
88250 Weingarten
Telefon: 0751 5686-0
E-Mail: weingarten@akademie-rs.de
Öffnungszeiten
werktags von 9-18 Uhr; samstags und sonntags auf Anfrage
Öffentliche Führungen
7. August, 14.00 Uhr
11. September, 14.00 Uhr
