08.04.2017, Sa 11:00 Uhr, bis 17:00 Uhr, Stuttgart-Hohenheim

Regionaltreffen der Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik

Zum Bild: Die Skulptur des Kopfes von Madeleine Delbrêl vom Künstler Karlheinz Oswald befindet sich in der Akademie Erbacher Hof (Madeleine Delbrêl-Raum) in Mainz.
</p>
<p>

Charles de Foucauld und Madeleine Delbrêl

Zwei Wegbereiter heutiger
Spiritualität

8. April 2017
Tagungszentrum Hohenheim



Wegbereiter heutige Spiritualität

Charles de Foucauld und Madeleine Delbrêl

Der Gottsucher, Beter und Mystiker Charles de Foucauld (1858-1916) inspiriert bis heute zahlreiche Christen und christliche Gemeinschaften. Sein großes Ideal war das ?verborgene Leben Jesu in Nazareth. Nach seiner Bekehrung vom fettleibigen Lebemann und undisziplinierten Offizier zum Glauben trat er zunächst bei den Trappisten ein; 1901 wurde er zum Priester geweiht. Vier Jahre lebte er als Hausbursche in Nazareth in einem Bretterverschlag neben einem Klarissen-Kloster: "Jesus genügt: Wo er ist, fehlt nichts." Um in der dauernden Gegenwart Gottes zu leben, kniete er stundenlang vor dem Tabernakel. Er wollte "Bruder aller" (frère universel) sein, und jeder Christ sollte "Apostel sein für alle, die in Reichweite leben".

Ihm schwebte eine kleine Fraternität des Gebets vor, die nahe bei den Menschen bleibt, "eine kleine Familie, welche die Tugenden des Herrn so vollkommen nachahmt, dass alle in der Umgebung anfangen, den Herrn zu lieben". Er selbst ging dazu in der französischen Kolonie Algerien bis zu den muslimischen Tuareg, um für sie zu beten. Am 1. Dezember 1916 wurde er - während in Europa der Erste Weltkrieg tobte - im Alter von 58 Jahren in der Sahara-Wüste erschossen. Seine Hände waren dabei an seine Fußknöchel gebunden: "Diese letzte kniende Anbetung im Sterben brachte Bruder Karl auf plötzliche und unvorhergesehene Weise dem nahe, für den er ?ganz da sein wollte: Jesus von Nazareth" (Paula Link).

Diese Nähe zu Jesus und zu den Menschen in der Nachbarschaft war auch - nach dem Vorbild von Charles de Foucauld - das Anliegen der Sozialarbeiterin, Poetin und Mystikerin Madeleine Delbrêl (1904-1964). Zunächst Kommunistin, begann sie durch ihren Freund, der dann Dominikaner wurde, sich für den Glauben zu interessieren. Sie gründete eine kleine Gemeinschaft, um in der "Schule des hoffenden Jesus" auf das Hoffen der Menschen zu lauschen und das eigene Herz immer mehr dem Herzen Jesu anzugleichen. In seiner Nachfolge wollte sie "ein Feuer sein, das sich in kleinen Funken versprüht". So wurde auch sie zu einer "Pionierin des christlichen Glaubens in einer säkularisierten Welt" (Annette Schleinzer).



Samstag, 8. April 2017


Ab 10.30 Uhr

Kaffee


11.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

Dr. Klaus W. Hälbig


11.15 Uhr

Charles de Foucauld

Die Spiritualität von Nazaret

Anton Stadlmeier, Bad Herrenalb


12.30 Uhr

Mittagessen


14.00 Uhr

Zwei Leben, die sich berührten

Charles de Foucauld und Madeleine Delbrêl

Dr. Ilona Biendarra, Würzburg


15.30 Uhr

Kaffeepause


16.00 Uhr

Lektüre von ausgewählten Texten
von Charles de Foucauld
und Madeleine Delbrêl


17.00 Uhr

Ende der Veranstaltung



ReferentInnen


Ilona Biendarra, Dr. phil.

(*1970), Diplomtheologin, Diplompädagogin; 2001-2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik an der Universität Würzburg, im Rahmen des EU-Projektes "Welfare and Values in Europe" 2005-2008 Projektmitarbeiterin am Lehrstuhl für katholische Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts; 2008-2010 Bildungsreferentin der Stiftung "Brücken in die Zukunft"; 2011-2015 Frankreichaufenthalt; seit 2015 im Asylbereich tätig. Publikationen, Lehrbeauftragte, Dozentin und Referentin zu (gesundheits-) pädagogischen und theologisch-philosophischen Themen; Mitglied der "Association des Amis de Madeleine Delbrêl" (www.madeleine-delbrel.net).


Anton Stadlmeier, Diakon

(*1955), Studium der Theologie in Lausanne und Würzburg, langjährige therapeutische Tätigkeit in der ambulanten und stationären Suchtkrankenhilfe, seit 2016 Diakon im Hauptberuf; Mitglied der Gemeinschaft Charles de Foucauld und der Meister Eckhart-Gesellschaft; verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift "Mitten in der Welt" (Herausgeber: Gemeinschaften Charles de Foucauld).



Tagungsleitung


Dr. Klaus W. Hälbig
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart



Hinweis:

Die "Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik" wurde im Jahr 1987 auf Initiative der Mystikkenner und -forscher Wolfgang Böhme und P. Josef Sudbrack SJ gegründet. Entsprechend dem Gründungsgedanken will sie dazu beitragen, die reichen Traditionen christlicher Spiritualität und Mystik einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und somit für ein gegenwärtiges Christentum fruchtbar zu machen. Zunehmend wichtig wurde, über Wege der geistlichen Übung Auskunft zu geben und den Austausch unter Menschen zu fördern, die einen solchen Weg beschreiten (oder beschreiten wollen).
Durch die Bildung und Unterstützung regionaler Gruppen wird das Anliegen der Gemeinschaft verbreitet. Derzeit zählt die Gesellschaft ca. 250 Mitglieder.



Vorschau








Zur Teilnahme


Tagungskosten

- inkl. Verpflegung


30,00 EUR


Anmeldung und Rückfragen

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Geschäftsstelle -
Assistenz: Ines Meseke
Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart
Tel: +49 711 1640-702 ; Fax: +49 711 1640-802
E-Mail: meseke@akademie-rs.de

Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich (Anmeldekarte, Fax, E-Mail) spätestens bis zum 3. April 2017. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Bitte kommen Sie nicht unangemeldet zur Tagung! Bei Rücktritt von der Anmeldung vom 7.- 8. April 2017 (Eingangsdatum) stellen wir Ihnen den Tagungskosten in Rechnung, beim Fernbleiben ebenso die Gesamtkosten. Ersatz durch eine andere Person befreit von den Stornogebühren.


Tagungshaus und Anreise

Das Tagungszentrum liegt in der Nähe der Universität Hohenheim. Ab Stuttgart Hauptbahnhof (U5, U6, U12) bis Möhringen, von dort mit der U3 bis Plieningen. Bei Anreise mit der S-Bahn (S1, S2, S3) bis Vaihingen, dann Stadtbahn (U3) bis Plieningen. Von der Endstation sind es noch 300 Meter zur Paracelsusstraße (zunächst weiter in Fahrtrichtung, im Kreuzungsbereich / Kreisverkehr die Hauptstraße überqueren, dann sofort rechts).

AutofahrerInnen, die über die Autobahn A 8 aus Richtung Ulm oder Karlsruhe anreisen: Ausfahrt 53a "Flughafen/Messe" in Richtung Plieningen. Hauptstraße durch Plieningen bis zur Abzweigung "Universität Hohenheim". Am Kreisverkehr bei der Gaststätte "Wirtshaus Garbe" scharf rechts in die Paracelsusstraße.

Vom Flughafen Stuttgart zum Tagungszentrum benötigen Sie ca. 15 Minuten (Taxi/Buslinie 79).